Heute ist der 19. Mai 2026 und wir befinden uns im Cham, wo am 18. Mai ein ganz besonderer Seminar-Event über „Brücken des Kulturerbes“ im Cham Skulpturenmuseum stattfand. Die Atmosphäre im Museum war fast greifbar, als sich Experten und Interessierte aus verschiedenen Bereichen versammelten, um über die Herausforderungen und Chancen der Denkmalpflege zu diskutieren. In Zusammenarbeit mit der Französischen Schule für Fernoststudien (EFEO) fand die Veranstaltung großen Anklang. Dr. Nguyen Hoang Huong Duyen, die engagierte Denkmalpflegerin des Museums, sprach eindringlich über die Mängel in der Archivdokumentation. Man konnte den Ernst ihrer Worte förmlich spüren.

Das aktuelle Archivsystem des Museums, so erklärte sie, umfasst zwar eine Vielzahl von Quellen – von Büchern über Zeitschriften bis hin zu Fotografien und einigen digitalisierten Dokumenten –, aber der Teufel steckt oft im Detail. Viele wichtige Informationen sind verloren gegangen oder schlichtweg unzugänglich. Besonders in der Zeit vor 1954, als das Museum noch von der EFEO verwaltet wurde, hinterließ man zahlreiche dokumentarische Lücken. Ein eindrückliches Beispiel, das Dr. Duyen anführte, war die Shiva-Statue im Bostoner Museum of Fine Arts. Ihre Herkunft ist ein Rätsel, das sich nur schwer entschlüsseln lässt.

Die Herausforderungen der Dokumentation

Ein zentrales Anliegen des Seminars war die Forderung nach einer „Rückführung digitaler Dokumente“ sowie der Aufbau eines durchdachten Archivierungssystems. Die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit wurde von Ha Vy, dem stellvertretenden Direktor des Kultur-, Sport- und Tourismusdezernats von Da Nang, eindringlich betont. „Wir müssen die Lücken in der Archivdokumentation schließen“, forderte auch Seminarleiter Philippe Le Failler. Diese Dringlichkeit ist nicht nur wichtig für die Erhaltung der Artefakte, sondern auch für deren Ausstellung und Interpretation.

Die Unzulänglichkeiten in der Dokumentation können sogar dazu führen, dass historische Dokumente in Vietnam nicht mehr den Originalinhalt wiedergeben. Man stelle sich vor, wie frustrierend das für Forscher und Historiker ist, die in die Geschichte eintauchen wollen! Umso erfreulicher war die Nachricht von der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen dem Cham-Skulpturenmuseum und der EFEO für die Jahre 2026 bis 2028. Diese Vereinbarung zielt darauf ab, Forschung und akademischen Austausch zu fördern sowie die Ausstellungsinhalte zu erweitern und eine bessere Dokumentenarchivierung zu gewährleisten.

Ein Blick in die Zukunft

Es ist inspirierend zu sehen, wie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der EFEO und der französischen Nationalbibliothek angestrebt wird. Der Zugang zu digitalisierten Datenbeständen könnte die Türen zu neuen Erkenntnissen öffnen und die Integration von Archivmaterialien in künftige Ausstellungen vorantreiben. In einer Welt, in der Kulturerbe mehr denn je geschätzt wird, sind solche Initiativen unerlässlich.

Die Atmosphäre im Museum war fast magisch, als die Teilnehmer über all diese Themen diskutierten. Man spürte, dass hier nicht nur Fachleute, sondern leidenschaftliche Menschen zusammenkamen, die sich für den Erhalt und die Würdigung des kulturellen Erbes einsetzen. Es bleibt abzuwarten, wie sich all diese Bestrebungen entwickeln werden, doch die Weichen sind gestellt. Und das ist doch schon mal ein guter Anfang!