Am Samstagnachmittag war es wieder soweit: Das traditionelle Maibaumaufstellen des Burschenvereins in Surheim (Berchtesgadener Land) zog zahlreiche Besucher an. Bei angenehm warmem Frühsommerwetter versammelten sich Groß und Klein am Dorfplatz, um diesem besonderen Brauchtum beizuwohnen. Der Vorjahresbaum, der in einem nachhaltigen Ansatz wiederverwendet wurde, wartete darauf, in neuem Glanz erstrahlen zu dürfen. Am Vormittag wurde er sorgfältig umgelegt, abgeschliffen und frisch geschmückt – mit einem bunten Mix aus Zunftzeichen der Handwerker und den Wappen der Gemeinde sowie der Ortsteile, die die bayerische Tradition lebendig hielten.

Die Vorbereitungen waren wahrlich keine Kleinigkeit: Ganze 16 Männer hoben den 28 Meter hohen Maibaum mit reiner Muskelkraft in die Höhe, während Andreas Stadler das Kommando gab. Trinkpausen waren nötig, um die Burschen bei Kräften zu halten, allerdings wurde dabei Maß gehalten. Sicherheit hatte hohe Priorität, und so wurden alle behördlichen Vorgaben gewissenhaft beachtet. Die Mühe sollte sich lohnen, denn nach mehreren Stunden voller Anstrengung und dem ein oder anderen Schweißtropfen verkündete die Surheimer Musikkapelle mit einem feierlichen Tusch die erfolgreiche Aufstellung des Baums. Ein bisschen Geduld war gefragt, denn die korrekte Positionierung des Baums erforderte Anpassungen an der Haltekonstruktion – aber letztlich hat alles geklappt!

Ein Fest für die Gemeinschaft

Nostalgische Erinnerungen an frühere Aufstellmethoden schwirrten in der Luft, als die letzten Handgriffe getan waren. Nach dem Aufstellen wurde im Festzelt gefeiert, die Musik der Surheimer Musikkapelle sorgte für die richtige Stimmung. Die Helfer des Burschenvereins kümmerten sich um das leibliche Wohl der Gäste, und das gesellige Beisammensein blieb bis spät in die Nacht ein voller Erfolg. Man spürte förmlich den Zusammenhalt, der durch das Aufstellen des Maibaums symbolisiert wird – ein echtes Zeichen des Gemeinsinns im Rupertiwinkel.

Jeder Maibaum ist einzigartig und erzählt die Geschichte seines Dorfes. Die bayerische Tradition rund um den 1. Mai bringt nicht nur die Dorfgemeinschaft zusammen, sondern lässt auch die Herzen höher schlagen. Dabei wird der Maibaum Zentimeter für Zentimeter aufgerichtet und ziert sich oft mit der charakteristischen bayerischen weiß-blauen Raute oder einem weißen-blauen Band bis zur Spitze, dem Boschen. Die Feierlichkeiten sind vielfältig und beinhalten oft auch das Maibaumkraxln, Dorffeste mit Blasmusik, Tanz und kulinarischen Köstlichkeiten – ein Fest für alle Sinne!

Die liebevoll gepflegte Tradition des Maibaumaufstellens zeigt, wie wichtig kulturelle Bräuche auch in der heutigen Zeit sind. Sie verbinden Generationen und schaffen Erinnerungen, die weit über einen einzigen Tag hinausgehen. So bleibt das Maibaumaufstellen auch in diesem Jahr wieder ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten und Besucher.