Heute ist der 3.06.2026 und im Berchtesgadener Land gibt es viel zu erzählen. Ex-Landrat Bernhard Kern, der nun das Bürgermeisteramt in Halblech im Allgäu inne hat, schaut auf eine bewegte und herausfordernde Amtszeit zurück. Sechs Jahre lang war er an der Spitze des Landkreises, und das in einer Zeit, die kaum turbulenter hätte sein können. Kaum hatte er 2020 sein Amt übernommen, brach die Corona-Pandemie aus und stellte alles auf den Kopf. Die Kommunalwahl stand unter einem düsteren Stern – Unsicherheiten, Ängste und eine nie dagewesene Situation prägten die Anfangszeit seiner Amtsführung.

Die Pandemie hat das Berchtesgadener Land besonders heftig getroffen. Die Einschränkungen waren spürbar und die Menschen mussten sich an neue Gegebenheiten gewöhnen. Aber die Herausforderungen hörten damit nicht auf. Ein verheerendes Hochwasser im Juli 2021 brachte dramatische Zustände nach Bischofswiesen und Marktschellenberg. Feuerwehr, THW und Bundeswehr standen Schulter an Schulter, um den Betroffenen zu helfen. In dieser schweren Zeit zeigte sich, wie wichtig Zusammenhalt ist.

Integration und Infrastruktur

Ein weiterer bedeutender Aspekt während Kerns Amtszeit war die Aufnahme von über 2500 Flüchtlingen und Asylsuchenden im Landkreis. Die Unterbringung erfolgte in verschiedenen Einrichtungen, unter anderem im Hotel Axelmannstein. Es war eine immense Herausforderung, klar zu kommunizieren, wie viele Menschen der Landkreis aufnehmen kann – ein Balanceakt, der viel Fingerspitzengefühl erforderte. Das Innenministerium wollte schließlich wissen, wie viele Plätze zur Verfügung standen, und Kern musste oft die Kapazitätsgrenzen klar machen.

Doch es gab auch Lichtblicke. Während seiner Zeit wurden einige wichtige Projekte in Angriff genommen. Der Neubau der Berufsschule in Freilassing, die bauliche Weiterentwicklung des Rottmayr-Gymnasiums und der Grunderwerb für das Karlsgymnasium in Bad Reichenhall sind nur einige Beispiele. Zudem wurde der Beitritt zum Salzburger Verkehrsverbund vollzogen, was nicht nur die Mobilität fördert, sondern auch die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg stärkt. Und der Wiederaufbau der Bob- und Rodelbahn am Königssee? Das war ein echtes Zeichen für den Sportstandort Berchtesgaden!

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Gesundheitsversorgung im Fokus

Ein zentrales Thema für die Zukunft ist die Gesundheitsversorgung. Das Zentralklinikum in Bad Reichenhall wurde als Vorzugsstandort für die stationäre Gesundheitsversorgung festgelegt. Der Gesundheitscampus Freilassing, der ein Ärztehaus, psychiatrische Versorgung und ein Technologie-Transferzentrum umfasst, wird als strategisch wichtig erachtet. Einzig die Kurzzeit- und Übergangspflege mit 30 Plätzen konnte bislang nicht verwirklicht werden, was sicher ein Wermutstropfen in Kerns Bilanz ist. Doch die Lebenshilfe plant, ein eigenes Gebäude zu errichten, um auch Wohnraum für Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich zu schaffen. Da tut sich also was!

Die Übergabe an seinen Nachfolger Michael Koller erfolgte erst vor einem Monat, aber Kern hat bereits große Fußstapfen hinterlassen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Projekte weiterentwickeln werden. Die Herausforderungen, die er in seiner Zeit bewältigen musste, sind nicht ohne, aber auch nicht unmöglich. Der Weg ist sicher noch lang, aber mit dem richtigen Engagement und einem starken Team im Rücken kann man viel erreichen. In diesem Sinne – auf eine positive Zukunft für das Berchtesgadener Land!