Ein Kämpferherz: Florinas Weg ins Leben
Im Berchtesgadener Land, in der kleinen Gemeinde Anger, gibt es eine ganz besondere Geschichte, die Herzen berührt. Florina, ein zartes Wesen mit einem Gewicht von nur 730 Gramm, erblickte am 5. Dezember 2023 um 10:27 Uhr per Kaiserschnitt im Klinikum Traunstein das Licht der Welt. Ihre Mutter, Carina Maier, damals 28 Jahre alt, hatte bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche menstruationsähnliche Schmerzen, die dazu führten, dass in der Frauenklinik Bad Reichenhall ein Bluterguss oberhalb der Plazenta diagnostiziert wurde. Trotz aller Schwierigkeiten, darunter Schmierblutungen und eine Sturzblutung in der zehnten Woche, blieb Carina optimistisch. Es ist bewundernswert, wie stark sie war!
In der 23. Schwangerschaftswoche, als wehenartige Schmerzen einsetzten, wurde Carina ins Klinikum Traunstein transportiert. Dort blieb sie bis zur Geburt und erhielt Wehenhemmer sowie Antibiotika. Die Situation spitzte sich in der 25. Woche zu, als das CTG regelmäßige Wehen im Fünf-Minuten-Takt zeigte. Um 3:30 Uhr kam es schließlich zu einem plötzlichen Abfall der Herztöne, was den Verdacht auf eine Teilablösung der Plazenta hervorrief. In diesem kritischen Moment leiteten fünf Ärzte unter hochdosierter Magnesiumgabe den Not-Kaiserschnitt ein.
Ein Wunder des Lebens
Als Florina das Licht der Welt erblickte, pulsierte die Nabelschnur noch, und sie wog gerade mal 730 Gramm. Ein echtes Kämpferherz! 80 Tage verbrachte sie auf der Intensivstation. Zunächst atmete sie selbstständig, wurde aber vorsorglich intubiert – der Tubus konnte jedoch nach wenigen Tagen entfernt werden. Es war ein kleiner Lichtblick in dieser schweren Zeit. Am ersten Tag durfte der Vater Florina beim Känguruhen hautnah auf die Brust legen. Carina besuchte ihre Tochter am Folgetag im Rollstuhl, begleitet von einer Psychologin, was die emotionale Belastung der Situation unterstreicht.
Florina lag in einem Inkubator und hielt einen gehäkelten Kraken in der Hand, ein kleiner Trost, der sie auf ihrem Weg begleiten sollte. Glücklicherweise lagen keine Herzfehler oder Hirnblutungen vor. Dennoch war Weihnachten 2023 für die Familie von Rückschlägen geprägt – Florina hatte mit Bradykardien und Atemproblemen zu kämpfen, stabilisierte sich jedoch nach ein paar Tagen. Ab Ende Dezember konnte sie mit der Flasche gefüttert werden, und Anfang Januar 2024 klappte es dann auch mit dem Trinken an der Brust. Kleine Schritte, die große Freude bereiteten!
Ein Weg voller Hürden
Mitte Januar 2024 atmete Florina schließlich vollständig ohne Hilfe und wechselte in ein Wärmebett. Ein kleiner Meilenstein! Auch das erste Bad stand an – ein Moment, den viele Eltern als magisch empfinden. Carina erhielt psychologische Betreuung, da sie mit dem Versterben anderer Säuglinge konfrontiert war. Die emotionale Achterbahnfahrt, die sie durchleben musste, ist kaum in Worte zu fassen. Musiktherapie wurde ebenfalls bei Florina eingesetzt, um ihr die Zeit im Krankenhaus zu erleichtern.
Nach 80 Tagen, in denen sie um ihr Leben kämpfte, durfte Florina schließlich mit einem Gewicht von knapp 2000 Gramm nach Hause. Eine Nachsorgeschwester des Bunten Kreises Traunstein übernahm die dreimonatige Betreuung zu Hause und half der Familie, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Frühförderung und Physiotherapie im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) am Klinikum Traunstein wurden ebenfalls in Anspruch genommen, und im März 2026 konnte die Familie stolz verkünden, dass diese Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen wurden.
Heute, am 1. Juni 2026, ist Florina zweieinhalb Jahre alt, lebhaft und zeigt keine typischen schweren Frühchen-Komplikationen. Ihre Mutter, Carina, hat einen zentralen Rat für andere betroffene Frauen: „Immer auf das mütterliche Bauchgefühl hören.“ Ein Satz, der nicht nur für Mütter, sondern für jeden von uns eine wichtige Botschaft trägt. Florina ist ein Zeichen dafür, dass trotz aller Widrigkeiten das Leben siegen kann – und das ist einfach nur schön.


