Heute ist der 8.05.2026 und wir blicken auf eine spannende Jahreshauptversammlung der 15 Bergwachten aus Altötting, Berchtesgadener Land und Traunstein zurück, die vor kurzem in Bad Reichenhall stattfand. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter ihnen, das mit insgesamt 1.173 Rettungseinsätzen aufwartete – ein satten Anstieg von über 8% im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 1.081 Einsätze waren. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die Arbeit dieser ehrenamtlichen Einsatzkräfte ist und wie sehr der Bergsport boomt.
Regionalleiter Dr. Klaus Burger und sein Stellvertreter zollten den engagierten Helfern Anerkennung und gedachten gleichzeitig der 14 verstorbenen Personen, deren Schicksal uns alle berührt. Über ein Drittel der Einsätze, genau 406, erforderten den Einsatz eines Hubschraubers, was die Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit der Situationen unterstreicht. Die häufigsten Einsätze waren beim Wandern (297), alpinen Skifahren auf Pisten (294) und beim Bergsteigen abseits befestigter Wege (234) zu verzeichnen.
Ein Blick auf die Verunfallten
Die Altersverteilung der Verunfallten zeigt interessante Einblicke: Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre waren besonders häufig beim Skifahren betroffen, während die 20- bis 40-Jährigen vor allem beim Wandern und Bergsteigen in Not gerieten. Auch beim Snowboarden (66 Einsätze), Rodeln (30) und E-Bike-Fahren (29) gab es eine Zunahme der Einsätze. Merkwürdigerweise blieb die Zahl der Einsätze beim herkömmlichen Bergradeln (26), Klettern (23), Gleitschirmfliegen (17) und Skitourengehen (15) konstant oder ging zurück.
Besonders auffällig: Es gab zehn Notfälle bei Hüttenaufenthalten – ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Die Region Chiemgau, die in vier Einsatzleitbereiche unterteilt ist (Königssee, Saalachtal, Trauntal, Achental), zeigt, dass man auch in der Hüttenromantik auf der Hut sein sollte. Die stärksten Bergwachten, wie Reit im Winkl (335 Einsätze) und Berchtesgaden (324), haben bewiesen, dass sie immer zur Stelle sind, wenn es brenzlig wird.
Prävention und Planung als Schlüssel
Dr. Burger machte deutlich, wie wichtig Prävention und eine gute Tourenplanung sind. Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte unbedingt auf die richtige Notfallausrüstung achten. Auch eine Rückmeldung über den Aufenthaltsort ist entscheidend, besonders bei Alleingängen. Doch es gibt auch positive Nachrichten: Die Bergwachten haben keine Nachwuchssorgen und freuen sich über unfallfreie Einsätze und Übungen im letzten Jahr. Ein großer Dank gebührt den Verantwortlichen und Spezialgruppen, deren unermüdlicher Einsatz nicht hoch genug geschätzt werden kann.
Insgesamt zeigt sich, dass der Bergsport nicht nur eine Leidenschaft, sondern auch eine Verantwortung mit sich bringt. Die Zahlen sind alarmierend, aber sie sind auch ein Zeichen für die ungebrochene Freude an der Natur und für die Menschen, die sich für den Schutz und die Sicherheit anderer einsetzen. Vielleicht ist es an der Zeit, noch einmal innezuhalten und zu überlegen, wie wir uns besser vorbereiten können, bevor wir uns auf die nächste Wanderung oder Skitour begeben. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als die Bergwelt in vollen Zügen zu genießen, ohne dabei in Gefahr zu geraten.