Ein neuer Hoffnungsschimmer für die majestätischen Bartgeier aus den Alpen: Der junge Bartgeier „Generl“ hat nach nur 107 Tagen seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert, und das deutlich früher als erwartet. Laut pnp.de fand der Beschluss zur Auswilderung der beiden Junggeier „Generl“ und „Luisa“ erst vor 16 Tagen im malerischen Klausbachtal statt. Hier haben die beiden gefiederten Akrobaten ihre Flugmuskulatur durch eifriges Flügelschlagen und Flattersprünge gestärkt.

Projektleiter Ulrich Brendel vom Nationalpark Berchtesgaden zeigt sich erfreut, aber auch überrascht über die frühe Startbereitschaft von „Generl“. Ganz anders die Lage bei „Luisa“, die zwar im gleichen Alter ist, aber kleiner und leichter bleibt und noch keinen Flug unternommen hat. Beide Vögel kommen sich gut klar, auch wenn sie oft Abstand zueinander halten. Die Experten sind optimistisch, dass bei „Luisa“ kein „Zugeffekt“ zu erwarten ist, wie es bei einem anderen Bartgeier namens Nepomuk der Fall war.

Ein gemeinsames Projekt für die Natur

Die Auswilderung von „Generl“ und „Luisa“ ist Teil eines größeren Projekts zur Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Ostalpen, das 2021 zusammen mit dem LBV und dem Nationalpark Berchtesgaden ins Leben gerufen wurde. Das Projekt, das auf zehn Jahre angelegt ist, sieht vor, jährlich zwei bis drei Jungvögel in die Freiheit zu entlassen. Ziel ist es, die Bartgeier-Population in Deutschland zu stärken, nachdem diese Flügelgiganten vor über 100 Jahren ausgerottet wurden.

Mit einer stabilen Population in den westlichen Alpen, wo sie sich seit 1997 wieder selbstständig vermehren, zeigt sich, dass die Wiederansiedlung fruchtet. Jedoch schreitet die Reproduktion in den Ostalpen nur langsam voran. Die Auswilderung im Klausbachtal, einer idealen Umgebung, wird deshalb besonders gefördert.

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Ein wachsames Auge auf die Geier

Die Verantwortlichen des Projekts stellen sicher, dass sowohl „Generl“ als auch „Luisa“ nach der Auswilderung gut umsorgt sind. „Generl“ wird in den kommenden Tagen vorsichtig fliegen und sich zunächst in Felsrinnen zurückziehen. Das Team sorgt dafür, dass Futter getrennt ausgelegt wird, um den menschlichen Kontakt zu minimieren. Jüngste Entwicklungen zeigen, dass auch der Bartgeier „Vinzenz“, der 2024 das Licht der Freiheit erblickte, sich bereits nach Koblenz in Rheinland-Pfalz bewegt hat.

Die jungen Bartgeier sind dafür bekannt, regelmäßig nach Norden zu fliegen und wurden bereits in Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden und Polen gesichtet. Die Gefahren durch den menschlichen Einfluss sind jedoch nicht zu unterschätzen, insbesondere das Risiko, durch Bleimunition in Jagdwild gefährdet zu werden. Der LBV fordert daher eine Umstellung auf bleifreie Jagdmunition, die bereits im Nationalpark verwendet wird. Um potenzielle Bedrohungen zu minimieren, setzt sich der LBV aktiv für Aufklärungsmaßnahmen in der Jägerschaft ein.

Dieses Projekt zeigt uns, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen und den Bartgeier, einst geächtet und verfolgt, wieder einen Platz im Alpenraum zu geben. Der Prozess mag herausfordernd sein, doch mit dem richtigen Engagement und fortlaufendem Monitoring wird die Hoffnung bleiben, dass die Bartgeier bald wieder über den Tälern der Alpen kreisen werden.

bartgeier.ch beleuchtet ebenfalls die Geschichte des Bartgeiers, der einst durch Verfolgung und Vergiftungen stark dezimiert wurde. Der Weg zur Wiederansiedlung ist also ein langer, der vor über 40 Jahren in den französischen Alpen seinen Anfang nahm. Die fortschreitenden Erfolge in der Wiederbevölkerung der Bartgeier hier bei uns in Bayern sind daher nicht nur ein Zeichen der Hoffnung, sondern auch ein Beispiel für gelungene Naturschutzarbeit.

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