Heute ist der 2.05.2026 und ich bin hier in Bayreuth, einer Stadt, die sich trotz mancher Herausforderungen wacker schlägt. Seit 2019 hat die Stadt sage und schreibe 3.600 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hinzugewonnen, was insgesamt auf 51.627 Beschäftigte hinauskommt. Das klingt ja erstmal nach einem Grund zum Feiern, oder? Aber wenn man genauer hinsieht, stellen sich auch ein paar Fragen. Der Landkreis Bayreuth hat sich mit einem Plus von 91 auf 24.340 Beschäftigte ebenfalls stabil gezeigt. Das ist doch nicht von schlechten Eltern!
Die IHK für Oberfranken Bayreuth hat diese Entwicklungen analysiert und dabei Daten der Bundesagentur für Arbeit herangezogen. Ein interessanter Punkt: Bayreuths Entwicklung weicht vom negativen Trend in Oberfranken ab, wo die Zahlen nicht so rosig sind. Während hier in der Stadt die stärksten Zuwächse in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+542), Erziehung und Unterricht (+478) sowie der öffentlichen Verwaltung (+472) zu verzeichnen sind, sieht es im verarbeitenden Gewerbe eher mau aus. Da gab es einen Rückgang von 242 Stellen, und der Landkreis hat sogar einen Verlust von 745 Stellen im gleichen Sektor zu beklagen. Ein Grund zur Sorge, wenn man bedenkt, wie wichtig diese Branche für die Region ist.
Der kritische Blick auf die Industrie
Jörg Lichtenegger, der Vizepräsident der IHK, hat die Entwicklung in der Bayreuther Industrie genau im Blick. Er macht deutlich, dass die Industrie sich breiter aufstellen muss, um weniger abhängig von der Automobilindustrie zu sein. Das ist eine kluge Analyse, denn die Zeiten, in denen die Autoindustrie alles dominierte, scheinen vorbei zu sein. Gleichzeitig kritisiert er den kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung. „Wie kann das sein?“, fragt man sich. Während die Privatwirtschaft mit weniger Personal auskommen muss, schafft die Verwaltung munter neue Stellen. Da ist etwas faul im Staate. Lichtenegger fordert eine Neuordnung für mehr Effizienz und weniger Bürokratie.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Oberfranken hat seit 2019 über 15.000 Stellen im verarbeitenden Gewerbe verloren. Das sind 11,1 Prozent! Und auch die wirtschaftlichen Dienstleistungen haben nicht gerade rosige Zeiten, mit einem Rückgang von 1.406 Beschäftigten. Im Gegensatz dazu kann die öffentliche Verwaltung ein Wachstum von +5.741 und das Gesundheits- und Sozialwesen von +3.342 neuen Arbeitsplätzen verbuchen. Ein paar Lichtblicke sind dabei, aber die Struktur tragenden Branchen verlieren weiterhin. Das lässt einem schon ein bisschen das Herz schwer werden.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen sind also klar umrissen. Lichtenegger weist auf den Nachholbedarf Deutschlands in Bereichen wie Bürokratieabbau, Unternehmenssteuern, Energiepreisen und Infrastruktur hin. Das sind keine kleinen Baustellen, die da auf uns warten! Auch die Erreichbarkeit von Oberzentren, die monatelang nur per Schienenersatzverkehr zu erreichen sind, ist ein Problem, das dringend angepackt werden muss.
Die Entwicklungen in Bayreuth sind ein Spiegelbild der Herausforderungen, die viele Städte in Deutschland derzeit durchleben. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die lokale Wirtschaft weiter entwickelt und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Industrie wieder aufblühen zu lassen. In der Zwischenzeit bleibt die Hoffnung auf einen positiven Wandel, der die Stärken der Region hervorhebt und die Herausforderungen gemeinsam angeht. Bayreuth ist bereit, die Ärmel hochzukrempeln und anpacken!