In Bamberg hat die Ausstellung „Jüdische Juristinnen und Juristinnen jüdischer Herkunft“ am 08. Juni 2026 ihre Türen geöffnet. Sie findet in der historischen Bibliothek des Oberlandesgerichts statt und wird vom Deutschen Juristinnenbund ins Leben gerufen. Das Ziel? Die Lebenswege und Schicksale dieser mutigen Frauen zu beleuchten, die sowohl vor als auch nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten für Gerechtigkeit und Gleichheit kämpften.

Die Ausstellung thematisiert nicht nur die beeindruckenden Biografien von 17 Juristinnen, sondern geht auch der antisemitischen Geisteshaltung und der Geschlechterungleichheit zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Grund. Ein Blick in die Vergangenheit, der vielleicht wie ein Geschichtsbuch wirkt, doch hier wird es lebendig. Es ist eine Zeitreise, die einen nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch ein Gefühl für die Herausforderungen vermittelt, die diese Frauen überwinden mussten.

Ein besonderes Ereignis

Bei der Eröffnung waren rund 40 Gäste anwesend, darunter die Präsidentin Dr. Karin Angerer, die mit ihrer Ansprache die Bedeutung der Ausstellung unterstrich. Ein Festvortrag von Historiker Christian Porzelt über die bemerkenswerte Ernestine Reuter, die sich für Frauenrechte, Demokratie und Frieden einsetzte, gab der Veranstaltung einen weiteren tiefen Sinn. Reuter, geboren 1870 in einer fränkisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, war eine Kämpferin, die letztlich, tragischerweise, 1934 den Freitod wählte. Ihre Geschichte ist eine von vielen, die in dieser Ausstellung erzählt werden, und sie lässt einen nicht unberührt.

Einführend in die Thematik war Rechtsanwältin Nina-Sophie Metzmacher, die mit ihrer Leidenschaft und ihrem Wissen die Besucher in die Welt dieser Juristinnen mitnahm. Es ist nicht nur eine Ausstellung, es ist eine Hommage an all die Frauen, die sich für ihr Recht auf eine juristische Laufbahn einsetzten – ein Kampf, der erst 1922 mit der Zulassung zu juristischen Examina und Berufen wirklich beginnen konnte.

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Besuch und Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli 2026 im zweiten Stock des Zentraljustizgebäudes am Wilhelmsplatz in Bamberg zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 16.00 Uhr und Freitag von 8.00 bis 13.30 Uhr. Der Eintritt ist frei – eine wunderbare Gelegenheit, in die bewegte Geschichte der jüdischen Juristinnen einzutauchen.

Das Thema der Ausstellung ist Teil einer größeren Initiative, die sich für Frauenrechte stark macht. In einer Zeit, in der wir immer wieder über Gleichstellung und Gerechtigkeit diskutieren, ist es wichtig, die Stimmen der Vergangenheit zu hören. Diese Ausstellung ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das historische Erbe dieser beeindruckenden Frauen sichtbar zu machen.

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