In der Region Bamberg wird es allmählich eng, wenn es um die Ladeinfrastruktur für Elektroautos geht. Wie aus einem Bericht des Fränkischen Tags hervorgeht, sind die vorhandenen E-Ladestationen bei weitem nicht ausreichend. Die baupolitische Sprecherin der Grünen, Ursula Sowa, warnt eindringlich vor einer möglichen Abhängigkeit des Landkreises von der Ladeinfrastruktur, die dringend ausgebaut werden muss. Ein Förderantrag, der zur Verbesserung der Situation beitragen sollte, wurde jedoch abgelehnt. Dies wirft Fragen auf, wie es mit der umweltfreundlichen Mobilität in der Region weitergeht.

Die Notwendigkeit, die Ladeinfrastruktur auszubauen, ist nicht nur ein lokales, sondern auch ein überregionales Thema. Das Bundesministerium für Verkehr fördert seit Februar 2017 den Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit einem enormen Budget. Bis Juni 2021 wurden im Rahmen der „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ insgesamt 300 Millionen Euro bereitgestellt. In sechs Förderaufrufen konnten Anträge für den Aufbau von 30.000 Ladepunkten, darunter fast 10.000 Schnellladepunkte, bewilligt werden.

Förderprogramme für die Ladeinfrastruktur

Im Jahr 2021 hat das Programm „Ladeinfrastruktur vor Ort“ weitere 300 Millionen Euro bereitgestellt, um insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei der Errichtung von Ladestationen zu unterstützen. Anträge konnten bis Ende 2021 gestellt werden, und das Fördervolumen zeigt, wie ernst es der Bundesregierung mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur ist. Auch im aktuellen Förderprogramm „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ für die Jahre 2021 bis 2025 stehen insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Förderung umfasst Normalladepunkte bis 22 kW sowie Schnellladepunkte über 22 kW (DC-Laden). Hierbei werden nicht nur die Kosten für die Errichtung der Ladestationen, sondern auch die für Netzanschlüsse und Pufferspeicher gefördert. Die Zuwendung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss, was die finanziellen Hürden für die Antragsteller weiter senkt.

Der Weg zur besseren Ladeinfrastruktur

Um den Bedarf an Ladeinfrastruktur bis 2030 zu ermitteln und zu planen, wird seit 2018 das StandortTOOL der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur verwendet. Dieses Tool berücksichtigt Verkehrsströme sowie sozioökonomische Daten, um eine bedarfsgerechte Verteilung der Ladestationen zu gewährleisten. Das Ziel ist es, die Ladestationen an Alltagsorten wie Supermärkten und Hotels zu installieren, damit E-Fahrer ihren Strom bequem tanken können.

Die hohe Förderung von bis zu 80 Prozent der Investitionskosten zeigt, dass hier ein ernsthaftes Interesse an der Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität besteht. Doch ohne die aktive Unterstützung auf regionaler Ebene, wie sie Ursula Sowa fordert, könnte die Region Bamberg in eine zukunftsgerichtete Mobilitätsfalle geraten. Es bleibt zu hoffen, dass die zuständigen Stellen bald die notwendigen Schritte einleiten, um die E-Mobilität in Bamberg voranzutreiben.