Heute ist der 24.07.2026 und während die Sonne über Bamberg strahlt, zeigt sich der Karl May Verlag in einem Wandel, der die Herzen vieler Fans und Literaturfreunde höher schlagen lässt oder sie auch nachdenklich stimmt. Bernhard Schmid, der derzeitige Inhaber, hat seit April 2026 einen Nachfolger für den Traditionsverlag im Blick. Dieser Verlag, der 1913 in Radebeul von Schmid’s Großvater und der Witwe Karl Mays ins Leben gerufen wurde, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wer wird die Fackel übernehmen? Und vor allem – wie sieht es mit der Relevanz von Karl Mays Werken in der heutigen Zeit aus?

Die Suche nach einem Nachfolger ist alles andere als einfach. Die historisch-kritische Ausgabe von Mays Werk, die auch in Zusammenarbeit mit der Karl-May-Gesellschaft und der Karl-May-Stiftung erstellt wird, könnte theoretisch auch außerhalb des Verlags veröffentlicht werden. Das macht die Sache nicht leichter. Schließlich ist der Nachlass von Karl May, der im Privatbesitz der Familie Schmid bleibt, ein wertvolles Gut, dessen Ankauf an hohen Forderungen scheiterte. Im Jahr 2011 wurde der Nachlass für stolze 15 Millionen Euro angeboten, doch der Freistaat Sachsen hatte nur 3,5 Millionen Euro geboten – das wurde abgelehnt. Jetzt gibt es Überlegungen für einen neuen Vorstoß, aber ob das wirklich etwas bringt?

Die Zukunft der Karl-May-Gesellschaft

Florian Schleburg, Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft, äußert sich skeptisch: Mit Karl May sei heute wahrscheinlich nicht viel Geld zu verdienen. Die Urheberrechte an Mays Texten sind zwar erloschen, was eine freie Vervielfältigung ermöglicht, aber die Bedenken hinsichtlich seiner Relevanz in der modernen Gesellschaft bleiben bestehen. Der Verlag wird zunehmend als Nischenprodukt wahrgenommen, das vor allem für Fans und die Forschung von Interesse ist.

Doch es gibt Hoffnung! Die Karl-May-Gesellschaft plant eine Anthologie mit kommentierten Originaltexten, um jüngere Leser zu erreichen. Das könnte ein Lichtblick sein. Außerdem wurde in der ersten Jahreshälfte 2026 der Orientzyklus mit dem Band „Der Schut“ (KMW IV.6) abgeschlossen. Ein Projekt, das in den 1980er Jahren von Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger ins Leben gerufen wurde. Die Herausgabe war ein langwieriger Prozess, und der Abschluss wird als großer Erfolg angesehen. Für die kommenden Jahre sind sogar zwei neue HKA-Bände pro Jahr in Planung – das klingt vielversprechend!

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Ein Verlag im Wandel

Die Bücher des Karl May Verlags, bekannt für ihre dunkelgrünen Einbände, goldene Prägung und farbige Deckelmotiven, sind seit 1892 ein fester Bestandteil der deutschen Literatur. Mays erstes Werk, „Durch die Wüste“, hat Generationen von Lesern fasziniert. Doch die Zeiten ändern sich. Immer mehr Menschen fragen sich, ob die alten Abenteuer noch zeitgemäß sind. Letztlich ist das Schicksal des Verlags ungewiss. Bernhard Schmid hat zwar nicht gefordert, dass sein Nachfolger die historisch-kritische Ausgabe übernehmen muss, aber die Erwartungen hängen wie ein Damoklesschwert über dem künftigen Leiter.

Wie wird es also weitergehen? Die Karl-May-Gesellschaft und die Stiftung haben viel vor, aber ob das alles ausreicht, um den Verlag in die Zukunft zu führen, bleibt abzuwarten. Es ist ein spannendes, aber auch herausforderndes Kapitel der Literaturgeschichte, das hier geschrieben wird. Wir dürfen gespannt sein, wer die Herausforderung annehmen wird und wie die Geschichte von Karl May weitergeht.

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