Heute ist der 25.04.2026 und in Bad Tölz-Wolfratshausen formiert sich eine spannende Initiative, die frischen Wind in die lokale Politik bringen möchte. Kathi Kugler und Lisa Wiedemann aus Wolfratshausen haben die Initiative „weiblich.wirkt“ ins Leben gerufen, mit dem klaren Ziel, politische Arbeit flexibler zu gestalten. Ihre Vision: Müttern, Vätern, Unternehmern und pflegenden Angehörigen mehr Freiräume zu schaffen, damit alle in der politischen Arena mitmischen können.
Um dieses Vorhaben zu realisieren, haben die beiden engagierten Frauen Anträge entwickelt, die in Städten und Gemeinden eingereicht werden können. Diese Vorschläge sind allesamt darauf ausgelegt, die Vereinbarkeit von politischen Ämtern und familiären Verpflichtungen zu verbessern. Zu den Kernpunkten gehören unter anderem Zuschüsse für Betreuungskosten, die Option, Stadtratsarbeit bequem aus dem Homeoffice zu erledigen, sowie die Festlegung vernünftiger Zeiten für Ehrenamtssitzungen.
Konkrete Vorschläge für mehr Flexibilität
Ein weiterer Meilenstein der Initiative sind drei konkrete Vorschläge zur Geschäftsordnung politischer Gremien, die an das bayerische Kommunalrecht angepasst und umfassend geprüft wurden. Ein Beispiel, das bereits im Nachbarlandkreis Starnberg umgesetzt wird, zeigt, wie weitreichend solche Maßnahmen sein können: Dort können Mitglieder sich online in Sitzungen einwählen, falls eine persönliche Teilnahme nicht möglich ist.
Die Verbesserungsvorschläge gehen über die reine Teilnahme hinaus. So wird empfohlen, dass Sitzungen nicht länger als drei Stunden dauern und Beschlüsse ab 21 Uhr nicht mehr gefasst werden. Dies soll die Planbarkeit für Familien und Pflegeverantwortliche erhöhen und ihnen die Teilnahme an politischen Prozessen erleichtern.
Wohlbekannte, aber wenig genutzte Angebote
In Wolfratshausen gibt es bereits Regelungen zur Kostenübernahme für Betreuung, die jedoch oft nicht bekannt sind. Hier setzt „weiblich.wirkt“ an: Die Anträge können sowohl von Männern als auch von Frauen in politischen Ämtern angefordert werden. Interessierte können sich direkt über E-Mail an kontakt@weiblichwirkt.de wenden, um mehr Informationen zu erhalten.
Die Initiative ist ein richtungsweisendes Beispiel dafür, wie lokalpolitische Strukturen weiterentwickelt werden können. Sie zeigt, dass es durchaus möglich ist, bestehende Hürden abzubauen und die politische Mitbestimmung für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen. Ein Schritt in die richtige Richtung, der nicht nur die Politik, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander stärken kann.