Inmitten der malerischen Kulisse des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen entsteht ein aufregendes Projekt, das Radfahrer und Naturliebhaber gleichermaßen in den Bann ziehen wird: die neue Fernradroute zwischen München und Mailand. Mit einer Länge von 610 Kilometern wird diese Route nicht nur durch eine Schildkröte symbolisiert, sondern auch durch das Ziel, langsame Mobilität zu fördern und gleichzeitig die Schönheit der Natur zu bewahren.
Die Strecke führt durch eine der faszinierendsten Alpenregionen, wo Bayern, Tirol und Norditalien sich auf einzigartige Weise verbinden. Allerdings gibt es noch einiges zu tun – die Planung ist noch im Gange, und durchgehende Beschilderungen sowie ein vollständiger Ausbau stehen noch aus. Auch die bestehenden Lücken im Radwegesystem müssen geschlossen werden, damit die Route den Radfahrern ein durchgängiges Erlebnis bieten kann.

Ein Weg voller Möglichkeiten

Die Route folgt bis nach Brixen dem bereits seit 2015 bestehenden Radfernweg zwischen München und Venedig. Auf bayerischer Seite schlängelt sich die Westroute entlang der Isar bis hin zum imposanten Sylvensteinspeicher. Ein kritischer Abschnitt erwartet die Radler zwischen dem Damm des Sylvensteinspeichers und Fall, wo die Route der Bundesstraße 307 folgt. Die Planer streben an, einen parallelen Radweg am Sylvensteinspeicher zu schaffen, doch dies wird eine kostspielige Angelegenheit. Im Rahmen eines EU-geförderten Projekts soll diese Herausforderung jedoch angegangen werden.
Besonders erwähnenswert ist die Unterstützung aus der Region Lombardei, die großzügige zehn Millionen Euro für die Weiterentwicklung des Projekts bereitstellt, um die Sicherheit der Route zu erhöhen. Ein ehrgeiziges Ziel ist es, eine Lücke vor dem Brennerpass bis 2034 zu schließen, wobei es empfohlen wird, zwischen St. Jodok und dem Brenner den Zug zu nutzen.

Ein Netzwerk für den Radverkehr

Das Projekt zieht ein breites Netzwerk von Akteuren in Norditalien an, darunter zahlreiche Vereine und Organisationen, die sich für die Förderung des Radtourismus einsetzen. Jeder möchte dazu beitragen, die Radroute zu einem Erlebnis zu machen, das nicht nur die Natur, sondern auch die Kultur und Geschichte der Region hervorhebt.
Radtouristen sind nicht nur willkommen, sie sind auch wichtige Gäste für die lokale Wirtschaft. Übernachtungen und Gastronomie profitieren von den passionierten Radfahrern, die die Region erkunden.
Die deutsche Radtourismusbranche wird ebenfalls von verschiedenen Institutionen unterstützt, darunter das Bundesministerium für Verkehr und das Bundesamt für Logistik und Mobilität. Experten aus diesen Bereichen tragen dazu bei, den Radverkehr in Deutschland weiter zu entwickeln und zu fördern.

Ein Abenteuer auf zwei Rädern

Um die Begeisterung für das Projekt zu zeigen, plant eine italienische Delegation, sechs Tage lang mit dem Rad nach Mailand zu fahren, um anschließend über ihre Erfahrungen zu berichten. Die Vorfreude auf diese Reise ist spürbar, und die Delegation ist sich sicher, dass sie auf ihrem Weg durch die Alpen viele unvergessliche Momente erleben wird.

VeloCore Medium

Es bleibt abzuwarten, wann die Radler die neu konzipierte Route endlich in voller Pracht genießen können. Die Vorbereitungen sind zwar im Gange, doch die Vorfreude auf das Abenteuer zwischen München und Mailand wächst mit jedem neuen Schritt, den die Planer unternehmen. Wer weiß, vielleicht wird die Schildkröte bald ein Symbol für nachhaltige Mobilität, die nicht nur die Natur schont, sondern auch die Menschen miteinander verbindet.