In der malerischen Kulisse von Bad Tölz-Wolfratshausen hat das Hotel Bergeblick unter der Leitung von Andrea Tien einen bemerkenswerten Schritt gewagt, um die Arbeitswelt im Tourismus neu zu gestalten. Bei einem Forum der Hochschule München wurde intensiv über die Auswirkungen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt diskutiert. Besonders im Fokus standen dabei die modernen, flexiblen Arbeitsmodelle, die unter dem Begriff „New Work“ zusammengefasst werden. Tien, die Inhaberin des Hotels, stellte klar, dass die Hotellerie unter langen Arbeitszeiten, wenig Flexibilität und einem akuten Fachkräftemangel leidet. Ihr Ziel: Die Arbeitsbedingungen für die 32 Mitarbeiter, von denen 20 in Festanstellung sind, nachhaltig zu verbessern, ohne dabei die Gästequalität zu beeinträchtigen.

Ein zentraler Punkt in Tien’s Konzept ist die Förderung einer besseren Work-Life-Balance. Flexible Arbeitszeiten und Dienstpläne, die auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter Rücksicht nehmen, stehen im Mittelpunkt ihrer Bemühungen. Teamleiter agieren weniger als klassische Chefs, sondern mehr als Kollegen, was die Hierarchien im Hotel abbaut und ein angenehmes Arbeitsklima schafft. Durch den Einsatz digitaler Werkzeuge in der Personaleinsatzplanung und beim Online-Check-in wird zudem die Arbeit erleichtert, sodass mehr Zeit für die Gäste bleibt. So arbeitet das Hotel nahezu papierlos und hat körperlich schwere Arbeiten, wie den Wäscheservice und die Fensterreinigung, ausgelagert. Die positiven Ergebnisse sprechen für sich: Kaum Fluktuation, wenig Krankmeldungen und eine fast ausschließlich regionale Belegschaft sind nur einige der Erfolge, die Andrea Tien und ihr Team verzeichnen können.

Neue Ansätze für eine zukunftsfähige Tourismusbranche

Das Projekt „New Work im Tourismus“ ist nicht nur eine Einzelinitiative, sondern Teil einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach sowie dem Bezirks Schwaz in Tirol. Dabei wird auch der Tourismusverband Achensee als Praxispartner aktiv in die touristische Entwicklung eingebunden. Mit der Initiative „Job-Life Achensee“ wird angestrebt, die Region als attraktiven Arbeits- und Lebensraum sowohl für Einheimische als auch externe Fachkräfte zu präsentieren. Der Fokus liegt hierbei nicht nur auf der Urlaubsqualität, sondern auch auf der Lebensqualität in den Tourismusregionen.

Das Projekt bündelt Wissen, vernetzt Menschen und schafft Werkzeuge wie eine Workation-Datenbank, um die Arbeitswelt im Tourismus neu zu denken. Die Verpflichtung, innovative Wege zu gehen und praxisnahe Lösungen zu entwickeln, zeigt, dass der Wandel aktiv mitgestaltet werden kann. Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Branche sind entscheidend, um die Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, erfolgreich zu meistern.

Heute, am 29.04.2026, wird deutlich, dass der Ansatz von Andrea Tien und den beteiligten Institutionen wie der Hochschule München und dem Tourismusverband Achensee nicht nur notwendig, sondern auch zukunftsweisend ist. In einer Zeit, in der die Arbeitswelt sich rasant verändert, sind solche Initiativen der Schlüssel zu einer nachhaltigen und attraktiven Zukunft für die Tourismusbranche in Bayern und darüber hinaus.