In der Region Bad Tölz-Wolfratshausen blühen die Vertrauenskassen, vor allem wenn es um Eier und Kartoffeln geht. Aber es gibt auch einen Wermutstropfen: Beim Honig sieht die Sache ganz anders aus. Wie tz.de berichtet, musste der Imker Sascha Richter aus Bad Tölz seinen Verkaufsstand mit Vertrauenskasse aufgeben, nachdem dreiste Diebe ihm Honiggläser im Wert von 160 Euro geklaut hatten. Trotz anfänglicher Verkaufsfreude begegnete ihm eine zunehmende Diebstahlserie: Wöchentlich verschwanden ein oder zwei Gläser, und an einem einzigen Tag wurden sogar alle zehn Gläser gestohlen, ohne dass ein Cent in der Kasse war.

Um dem Verdruss ein Ende zu bereiten, hat Richter nun einen Automaten an seiner Hauswand installiert. Ein versuchter Aufbruch des Automaten blieb glücklicherweise erfolglos, aber die besorgniserregenden Vorfälle werfen einen Schatten auf die ansonsten positive Bilanz der Vertrauenskassen in der Region.

Eier und Kartoffeln im Aufwind

Die positiven Nachrichten überwiegen jedoch, wenn es um andere Produkte geht. Martin Sappl vom Zwickerhof hat ebenfalls ähnliche Erfahrungen gemacht. Er muss beim Verkauf von Honig nicht nur der Ehrlichkeit anderer vertrauen, sondern erlebt bei der Vermarktung von Eiern und Kartoffeln erfreuliche Verkaufszahlen ohne nennenswerte Diebstähle. Auch er denkt darüber nach, möglicherweise einen Automaten einzuführen, wenn die Situation sich verschlechtert.

Im „Biotop Hofpunkt“ kann man das Prinzip der Selbstbedienungskassen erleben, das vor allem durch die Installation von Kameras einen Kontrollmechanismus bietet. Spricht man mit Betriebsleiter Andreas Süß, wird klar, dass die Kundenfrequenz für die notwendige Kontinuität sorgt. Abends schließt der Laden, sodass im Wesentlichen nur ehrliche Kunden das Angebot nutzen können.

Vielfältige Lösungen: Kioske und Spendenboxen

Das Beispiel von Stefan Neuburg, der kürzlich einen Kiosk mit Vertrauenskasse in Hohenbirken eröffnet hat, zeigt: Es gibt durchaus Platz für Positives. Er hat bisher keine größeren Diebstähle erlebt, was in der aktuellen Marktsituation eine echte Seltenheit darstellt. Auch Florian Reindl, Wirt des Gasthofs zur Post in Hinterriß, hat seine Erfahrungen mit Ehrlichkeit und Unredlichkeit. Er nutzt eine Spendenbox für Langläufer zur Instandhaltung der Loipe. Dabei hat er gemischte Ergebnisse bei der Ehrlichkeit der Spenden erlebt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vertrauenskassen im Landkreis funktionieren, solange man nicht auf Produkte wie Honig setzt. Dieses süße Edelgut scheint derzeit ein großer Zielpunkt für Langfinger zu sein, wenn man betrachtet, wie imkerliche Verkaufsstände leiden. Die positiven Erfahrungen mit anderen Waren zeigen jedoch, dass es Alternativen und erfolgreiche Konzepte gibt, die hoffentlich auch weiterhin Bestand haben werden.