In Geretsried herrscht reges Treiben: Die Ausstellung „Vergessene Wege auf dem Wasser – Die Flößerei auf Isar und Loisach“ zieht viele Interessierte an. Hier wird ein Blick in die Geschichte der Flößerei geworfen, die im vergangenen Jahrhundert eine bedeutende Rolle beim Transport von Kalkstein nach München spielte. Bei der Eröffnung waren die Besucher so zahlreich, dass einige direkt vor der Tür warten mussten, wie Merkur berichtet. Ex-Bürgermeister Michael Müller übergab bei der Vernissage symbolisch einen Flößerkrug als Leihgabe an die Stadt, während Dritte Bürgermeisterin Ann-Kathrin Güner die Gäste herzlich in Empfang nahm.

Die Ausstellung, die vom Verein Flößerstraße Wolfratshausen in Zusammenarbeit mit dem städtischen Referat Tourismus konzipiert wurde, gibt ein umfassendes Bild von der Flößerei, deren Anfänge bereits im 12. Jahrhundert datiert werden können. Ein besonderes Highlight ist die Darstellung verschiedener Floßtypen, darunter der beeindruckende Ordinarifloß und der Zweiflügler. Die Bedeutung der Flößerei erlebte ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert, als jährlich bis zu 5800 Flöße die Gewässer befahren. Landrat Ludwig Schmid teilte zur Feier der Eröffnung mit, dass sogar seine Urgroßmutter in der Flößerei arbeitete.

Veranstaltungsreihe und Ausflugsziele

Die Geschichte der Flößerei lebt nicht nur in der Ausstellung weiter; die Stadt plant darüber hinaus eine Reihe von Veranstaltungen, die Schulprojekte, Vorträge, Filme und Lesungen umfassen. Ein festes Datum steht bereits: Am Mittwoch, 08. Juli, findet um 19:00 Uhr eine Lesung im Rathaus Geretsried statt. Der lokale Autor Nikolaus Hanus stellt seinen Roman „Der Fluss nimmt si, wos er kriagt“ vor, der von der Lebensgeschichte seines Großvaters Irgl erzählt, einem Flößer und Holzarbeiter im Isartal. Hanus‘ Erzählung behandelt die Themen harter Arbeit und das einfache Leben entlang des Wassers, untermalt mit historischen Erlebnissen, die bis nach Budapest führen.

Die Stadt hat bereits viel investiert, um die Erinnerung an die Flößerei lebendig zu halten. So erinnert das Kalkofenstraßerl an diese wichtige Zeit, während auch der Gasthof Geiger und die Nikolauskapelle weitere Spuren der Flößerei zeigen. Besonders spannend: Im Jahr 2024 wird vor den Ratsstuben ein Spiel-Floß errichtet, das nicht nur Kinder begeistern soll.

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Kostenfreie Führungen und lange Tradition

Für alle, die sich für die Flößerei interessieren, stehen kostenlose Führungen durch die Ausstellung auf dem Programm. Am 21. Juni, 5. Juli, 19. Juli sowie 2. August können Interessierte tiefer in die Materie eintauchen. Allerdings ist eine Anmeldung erforderlich.

Die intensive Nutzung des Wassers zur Stromerzeugung zwischen 1894 und 1923 hat die Flößerei stark beeinflusst. Heutzutage sind Floßfahrten in München nur noch bis zur Zentrallände in Thalkirchen möglich. Tourismus Geretsried bietet einen gelungenen Überblick zur Flößerei, die im 17. Jahrhundert mit einem regelmäßigen Güter- und Personenverkehr ihren Anfang nahm.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. August 2026 zu besichtigen und zieht weiterhin zahlreiche Besucher an. Die Historie der Flößerei bleibt damit fest in Geretsried verankert und wird durch moderne Veranstaltungsformate weitergetragen.

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