Heute ist der 9.05.2026 und in Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es ein ganz wichtiges Thema, das uns alle angeht – die Barrierefreiheit in unseren Wohnräumen. Viele Senioren haben Schwierigkeiten mit Treppen und anderen Barrieren, die im Alltag zu echten Hindernissen werden können. Das ist nicht nur frustrierend, sondern kann auch bedeuten, dass sie sich gezwungen sehen, ihre geliebten vier Wände zu verlassen. Eine traurige Vorstellung, oder? Hier kommt die Beratungsstelle Barrierefreiheit ins Spiel, die seit 42 Jahren bei der Bayerischen Architektenkammer angesiedelt ist. Aber – und das ist das große Aber – diese Einrichtung wird viel zu selten in Anspruch genommen. Im Schnitt gibt es nur 20 bis 25 Anfragen pro Jahr. Ein echtes Manko!
Die Beratungsstelle hat sich auf die Fahne geschrieben, dass Menschen möglichst lange in ihrem eigenen Zuhause leben können. Ein Konzept, das nicht nur die Lebensqualität erhöht, sondern auch die Unabhängigkeit der Betroffenen fördert. Es ist wichtig, frühzeitig über Umbauten nachzudenken. Denn wenn erst akute Probleme auftreten, ist es oft schon zu spät. Das zeigen auch die Erfahrungen der ehrenamtlichen Wohnraumberaterinnen Christine Hodolitsch und Petra Epp. Sie betonen, wie wichtig es ist, Geduld und Fingerspitzengefühl in der Beratung zu zeigen. Denn nicht jeder ist gleich bereit, über Umbaumaßnahmen nachzudenken.
Die Rolle der Berater
In Bayern stehen insgesamt 22 Berater zur Verfügung, wobei Susanne Moog für die Regionen Bad Tölz, Landshut, Rosenheim und Miesbach zuständig ist. Sie bietet kostenlose Erstberatungen zum barrierefreien Bauen an, was eine hervorragende Möglichkeit ist, sich zu informieren. Ein Beispiel aus ihrer Arbeit: Ein Paar, dessen Mitglied im Rollstuhl sitzt, suchte nach barrierefreiem Wohnen. Das zeigt, wie dringend solche Beratungen sind. Aber, und das ist der Knackpunkt, Moog kann keine Ortstermine wahrnehmen, was die Beratung manchmal komplizierter macht.
Die Broschüren und Tipps zur Barrierefreiheit, die im Landratsamt erhältlich sind, können eine große Hilfe sein. Gerade für diejenigen, die sich noch nicht trauen, direkt einen Berater zu kontaktieren. Die Pflegekasse bietet zudem Zuschüsse von bis zu 4180 Euro für Anpassungsmaßnahmen an. Das klingt nach einer tollen Unterstützung, doch die Realität ist, dass die Fördermittel aufgrund der Haushaltslage oft knapp sind. Ein Teufelskreis, der denjenigen, die Hilfe benötigen, das Leben schwer macht.
Ein Blick in die Zukunft
Eine Frage, die uns alle beschäftigt: Wie können wir es schaffen, dass Senioren in Bad Tölz-Wolfratshausen möglichst lange selbstständig leben können und die Barrieren in ihren Wohnungen abgebaut werden? Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel, ein Umdenken: Barrierefreies Wohnen sollte nicht erst ein Thema werden, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Die Menschen müssen ermutigt werden, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Beratungsstelle zu nutzen.
Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auch auf die Rolle der Kommunen gelegt werden. Sie können durch Aufklärung und Informationsveranstaltungen dafür sorgen, dass das Thema Barrierefreiheit präsenter wird. Denn letztlich ist es ein Thema, das uns alle betrifft – egal ob jung oder alt. Die Zukunft sollte in unseren Händen liegen, und dabei darf niemand zurückgelassen werden.