Abrissdrama am Isarspitz: Ein schwarzes Kapitel in Wolfratshausen schließt sich
In Wolfratshausen ist ein Kapitel zu Ende gegangen, das fast schon wie ein Drama aus einem schlechten Film wirkt. Die letzten Überreste der Schwarzbauten am Isarspitz wurden endlich beseitigt. Über Jahre hinweg waren die drei Einfamilienhäuser im Stadtteil Weidach ein streitbarer Punkt zwischen Eigentümerin, Behörden und der Justiz. Nun könnte man denken, das Thema wäre abgeschlossen, doch weit gefehlt!
Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hatte die Eigentümerin am 15. Mai mit einem Zwangsgeld von 233.000 Euro bedroht, sollten die Häuser nicht bis Ende April abgerissen sein. Ein gewaltiger Druck, der immerhin dazu führte, dass die Eigentümerin ihre Verpflichtungen schließlich erfüllte. Am 28. Mai fand eine Baukontrolle statt, die bestätigte, dass die Abrissarbeiten endlich in Gang gekommen waren. Und trotz der Kontroversen – Klagen gegen den Beseitigungsbescheid waren gescheitert – bleibt die Geschichte der Schwarzbauten spannend.
Ein schwieriges Erbe
Die Schwarzbauten hatten nicht nur die Behörden auf Trab gehalten, sondern auch die Gerichte beschäftigt. Der ursprüngliche Bauherr hatte seine Pläne weit über die genehmigten Maße hinaus geschraubt – die Häuser waren höher als erlaubt, und Garagen statt Carports wurden errichtet. Ein echter Schlamassel, der nicht nur die Nachbarschaft, sondern auch die politischen Gremien beschäftigte. Der Stadtrat hatte bereits einen Antrag der Eigentümerin auf Rückbau auf das 2014 erlaubte Maß mit 0:25 Stimmen abgelehnt. Ein klares Votum, das die Baugenehmigungen als erloschen betrachtet.
Dennoch gibt die Eigentümerin nicht auf. Sie plant, erneut juristische Schritte gegen die Ablehnung des Rückbaus einzuleiten. Die Klagen gegen die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts München wurden bereits abgewiesen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und sie hat bis spätestens 1. Mai 2026 Zeit, die Schwarzbauten endgültig abzureißen – andernfalls droht ein Zwangsgeld von über 720.000 Euro. Das ist kein Pappenstiel!
Politische Reaktionen
In den letzten Sitzungen des Stadtrats gab es hitzige Diskussionen. Vertreter der Grünen, wie Dr. Hans Schmidt, waren nicht zimperlich in ihrer Kritik und schlossen sich dem Ruf nach einem städtebaulichen Vertrag an – der allerdings abgelehnt wurde. Die Stadt Wolfratshausen ist in diesem Schlamassel nur Verfahrensbeteiligte. Die Genehmigungsbehörde bleibt das Landratsamt, was die Verantwortlichkeiten klar trennt und die Situation nicht einfacher macht.
Die ganze Angelegenheit ist ein Paradebeispiel dafür, wie komplexe Bauangelegenheiten werden können, wenn die Vorschriften missachtet werden. Besonders in einer Region wie dieser, wo die Natur und das Stadtbild eng beieinanderliegen. Man fragt sich: Wie viele Geschichten dieser Art gibt es noch, die darauf warten, erzählt zu werden? Die Stadt hat viel durchgemacht, und die Bewohner dürften sich jetzt ein wenig mehr Ruhe wünschen.
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