Heute ist der 21.05.2026 und wir blicken auf eine spannende Entwicklung in Freiburg, wo eine Gruppe von Erwachsenen endlich das Schwimmen lernt – ein ganz normales, aber oft übersehenes Bedürfnis. Besonders bemerkenswert ist die Geschichte von Shehzad Khan, einem Masterstudenten aus Pakistan, der nie schwimmen lernte. In seiner Heimat ist das schlichtweg nicht üblich. Angetrieben von seiner Angst, die ihm seine Mutter einredete, wagte er es nie, sich ins Wasser zu begeben. Doch jetzt ist er hier und nimmt an einem Schwimmkurs teil, der ihm die Freiheit geben könnte, die er so lange vermisst hat.

Ein weiterer Teilnehmer, der chinesische Student Changjie He, hat eine ganz eigene Motivation, die ihn in die Schwimmkurse führt. Ein Unglück in seiner Heimatstadt bringt ihn dazu, sich diesem Thema zu stellen – ein sehr persönlicher Antrieb, der die Dringlichkeit dieser Kurse unterstreicht. Diese wurden nach einem tragischen Vorfall initiiert, als im Sommer 2022 ein 25-jähriger internationaler Student im Flückigersee ertrank. Clemens Metz, Geschäftsführer des Studierendenwerks Freiburg, hat daraufhin die Initiative ergriffen und die Kurse ins Leben gerufen, um solch traurige Ereignisse in Zukunft zu vermeiden.

Nachfrage und Realität

Mit 120 Studierenden, die in 13 Kursen bis zum Sommer in verschiedenen Freiburger Bädern unterrichtet werden, zeigt sich deutlich, dass das Bedürfnis nach Schwimmunterricht riesig ist. Die Kurse entstehen in Zusammenarbeit mit der Keidel Therme, den Regio Bädern und dem Amt für Migration und Integration. Das alles geschieht vor dem Hintergrund, dass laut DLRG etwa 5% der Erwachsenen in Baden-Württemberg nicht schwimmen können – das sind mehrere Hunderttausend Menschen. Und die Zahlen der Ertrinkungsfälle in der Region sind beunruhigend. Die Statistiken zeigen einen Anstieg in den letzten Jahren: 39 Todesfälle im Jahr 2020, 48 im Jahr 2024. Die meisten dieser tragischen Unfälle passieren in Flüssen, während Schwimmbäder als relativ sicher gelten.

Die DLRG warnt eindringlich davor, in Flüssen zu baden, da dort häufig unsichtbare Strömungen lauern, die schnell zur Gefahr werden können. Und trotz der hohen Nachfrage nach Schwimmkursen gibt es ein großes Problem: Immer mehr Schwimmbäder schließen, was die verfügbaren Wasserflächen für die Ausbildung drastisch verringert. Es ist ein Dilemma, das nicht nur Freiburg betrifft, sondern viele Regionen in Deutschland. Die Unsicherheit im Wasser und die Angst vor dem Ertrinken sind Themen, die nicht ignoriert werden können.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Die Schwimmkurse in Freiburg sind ein Lichtblick in dieser besorgniserregenden Lage. Sie bieten nicht nur eine wichtige Fähigkeit, sondern auch ein Stück Lebensqualität und Sicherheit für die Teilnehmenden. Es ist nicht nur das Erlernen des Schwimmens, es geht auch darum, Ängste abzubauen und Vertrauen in sich selbst zu gewinnen. Wenn Shehzad und Changjie ihre ersten Schwimmzüge machen, wird das mehr sein als nur eine Bewegung im Wasser – es wird ein Moment der Befreiung und des Wandels sein.

In einer Welt, in der Schwimmen oft als selbstverständlich angesehen wird, ist es wichtig, das stille Problem der Nichtschwimmer zu erkennen und anzugehen. Die Schwimmkurse sind ein Schritt in die richtige Richtung, und wir dürfen gespannt sein, wie sich das Angebot in Zukunft entwickeln wird. Denn eines steht fest: Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, das Schwimmen zu lernen und damit seine Sicherheit im Wasser zu erhöhen. Ein schöner Gedanke, nicht wahr?