Heute ist der 5.05.2026 und in Bad Kissingen blüht das Leben – auch für Menschen mit Hörproblemen. Das Thema Hören ist uns allen bekannt, doch wie oft nehmen wir es wirklich ernst? Kaum jemand denkt daran, dass Probleme beim Hören nicht nur das Gehör beeinträchtigen, sondern auch unser Leben in vielerlei Hinsicht beeinflussen können. Der Pflegestützpunkt des Landkreises Bad Kissingen hat das erkannt und veranstaltete Mitte April einen Publikumstag unter dem Motto „Gut hören – besser leben“. Eine gelungene Initiative, die fast 100 Besucher in das Gebäude an der Münchner Straße lockte!

Bei dieser Veranstaltung wurde den Anwesenden die Wichtigkeit des Hörens auf eindrucksvolle Weise vor Augen geführt. Es gab Vorträge über Hörgeräte, die Folgen von Hörbehinderungen und einen spannenden Blick auf den Zusammenhang zwischen Hör- und Sehbeeinträchtigungen sowie Demenz. Informative Stände verschiedener Aussteller luden ein, sich weiterführend zu informieren. Viele Betroffene waren begeistert von der Idee, eine Selbsthilfegruppe für Schwerhörige zu gründen. Denn der Austausch unter Gleichbetroffenen kann viel bewirken. Man könnte fast sagen, es ist wie ein Lichtblick in der manchmal etwas trüben Welt der Hörgeschädigten.

Die Bedeutung des Hörens

Das Ohr mag Geräusche aufnehmen, doch das Verstehen geschieht im Gehirn. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn nachlassendes Gehör kann dazu führen, dass die Aktivität in den Hörbereichen des Gehirns abnimmt. Wer denkt schon daran, dass dies langfristig das Gedächtnis beeinträchtigen kann? Wenn das Gehör nachlässt, sinkt nicht nur die Lebensqualität, sondern es besteht auch ein erhöhtes Risiko für Gehirnschädigungen. Eine erschreckende Statistik: Laut der Lancet-Kommission haben Menschen mit unbehandeltem Hörverlust ein um 37 % höheres Demenzrisiko. Und noch schlimmer – jeder zusätzliche Verlust von 10 Dezibel erhöht dieses Risiko um etwa 16 %! Das ist schon ein bisschen beängstigend, oder?

Es ist zudem oft so, dass die Betroffenen ihren Hörverlust gar nicht so richtig wahrnehmen. Man schiebt es auf die laute Umgebung oder denkt sich: „Ach, so schlimm ist das schon nicht.“ Dabei führt unbehandelter Hörverlust schnell zu Kommunikationsproblemen und einem Rückzug aus dem sozialen Leben. Das kann dazu führen, dass man isoliert ist und das Gefühl hat, nicht mehr dazuzugehören. Und das ist ja das Letzte, was wir wollen! Deshalb sollten Fachleute empfehlen, bereits ab dem 50. Geburtstag regelmäßig Hörtests durchführen zu lassen. Die moderne Technik bietet zudem viele Lösungen: Kleine, kaum sichtbare Hörgeräte, die von der Krankenkasse übernommen werden, sind eine echte Erleichterung. Bei schwerem Hörverlust gibt es sogar implantierbare Systeme oder Cochlea-Implantate.

Den Austausch fördern

Die Gründung einer Selbsthilfegruppe könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Diese Gruppen bieten nicht nur Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige, sondern auch die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen. Manchmal hilft es schon, einfach zu wissen, dass man nicht allein ist. Manfred Hartmann, der erste Vorsitzende des Bezirksverbandes Unterfranken der Schwerhörigenvereine und Selbsthilfegruppen e. V., steht den Interessierten für Fragen zur Verfügung. Wer also Lust hat, kann ihn per E-Mail (manfr.hartmann@t-online.de) oder über SMS/WhatsApp (0175 7041421) kontaktieren. Ein kleiner Schritt, der viel bewirken kann!

Die Verbindung zwischen gutem Hören und einem aktiven, erfüllten Leben wird oft unterschätzt. Das Hören von Sprache, Musik und Alltagsgeräuschen aktiviert unsere Nervenzellen und hält das Gedächtnis aktiv. Ein gesundes Gehör bedeutet also nicht nur, Geräusche wahrzunehmen, sondern auch, am Leben teilzuhaben – sei es im Gespräch mit Freunden oder beim Genuss von Musik. Ein Aufruf an alle: Lasst uns das Hören ernst nehmen, denn es ist mehr als nur ein Sinn – es ist ein Teil unserer Lebensqualität!