In Bad Kissingen hat der Gemeinderat eine wichtige Entscheidung getroffen, die nicht nur den Stadtwald betrifft, sondern auch einen tiefen Blick in die Zukunft der Forstwirtschaft ermöglicht. Einstimmig wurde der Forstwirtschaftsplan für 2026 beschlossen – und das mit einer ehrgeizigen Zielsetzung. Für das kommende Jahr sind 615 Festmeter Holzeinschlag eingeplant. Revierleiterin Miriam Sautter und Abteilungsleiter Bastian Betz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellten die Bilanz für 2025 sowie die Planung für 2026 vor. Das Ergebnis 2025 sah einen Holzeinschlag von 258 Festmetern vor, was einer Massenerfüllung von 75 Prozent entsprach. In der Sitzung wurden die Einnahmen von 52.140 Euro den Ausgaben von 48.246 Euro gegenübergestellt – das ergab ein Plus von 3.894 Euro. Für 2026 sind Einnahmen von 37.513 Euro und Ausgaben von 20.773 Euro eingeplant, was eine rechnerische Differenz von 16.740 Euro bedeutet. Martin Thürmer, Gemeinderat, äußerte sich zurückhaltend und rechnet damit, dass nach vollständiger Abrechnung bestenfalls eine schwarze Null bleibt.

Doch der Plan, der nun auf dem Tisch liegt, ist nicht einfach nur eine Zahlenspielerei. Er bezieht sich auf einen Betriebsplan, der als Grundlage für die Forstwirtschaft dient, und der muss jährlich über einen Wirtschaftsplan geregelt werden. Ein Wirtschaftsplan, der nicht nur den Holzeinschlag, sondern auch die Kulturbegründung, den Forstschutz, die Bestandespflege, den Wegebau und den Jagdbetrieb umfasst. Im Stadtwald sind die Herausforderungen durch Stürme und Schädlingsbefall nicht zu unterschätzen, weshalb die geplanten Holzeinschläge für 2026 vor allem bei der Kiefer liegen. Mit einem Schwerpunkt auf nachhaltiger Bewirtschaftung wollen die Verantwortlichen dafür sorgen, dass der Wald nicht nur heute, sondern auch in Zukunft gut dasteht.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Bewirtschaftung geschieht nach den Grundsätzen naturnaher Forstwirtschaft. Das Ziel ist ein strukturreicher, naturnaher Laubmischwald mit hoher Artenvielfalt. Für 2026 sind insgesamt etwa 1.975 Pflanzungen vorgesehen, darunter sowohl Laub- als auch Nadelbäume. Besonders die Weißtanne soll als klimawandelgeeignete Art die bestehenden Bestände ergänzen. 2025 wurden bereits 3.420 Bäume gepflanzt, und es fällt auf: Die Naturverjüngung, also das Nachwachsen ohne menschliches Zutun, soll auf geeigneten Flächen Vorrang haben. Das klingt nach einer wunderschönen Symbiose zwischen Mensch und Natur!

Doch der Wald ist nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Lebensraum, der geschützt werden muss. Vor allem Schadinsekten wie Eichenschädlinge können massive Schäden anrichten. Daher werden laufend Schutzmaßnahmen ergriffen, um die Bestände zu erhalten. Dazu gehört auch, den Wildschäden vorzubeugen, denn Eiche und Weißtanne brauchen einen gewissen Schutz vor Verbiss durch Rehwild. Dies wird durch Rückbauarbeiten an alten Zäunen und durch weniger Wuchshüllen für den Einzelschutz geschehen.

Öffentlichkeitsarbeit und Waldführungen

2025 fanden zahlreiche Waldführungen mit Kindertagesstätten und Schulen statt – eine tolle Gelegenheit, den Jüngsten die Bedeutung des Waldes näherzubringen und ihnen ein Bewusstsein für die Natur zu schaffen! Auch für 2026 sind weitere Führungen geplant, und die forstliche Öffentlichkeitsarbeit soll weiter ausgebaut werden. So können mehr Menschen die Schönheit und die Wichtigkeit des Waldes erleben.

Was ist nun der große Kontext? Im November 2022 wurde ein langfristiges Förderprogramm für Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen in Wäldern ins Leben gerufen. Dies soll dazu beitragen, die Wälder in eine resilientere Zukunft zu führen. Dürre, Hitze und Insektenbefall haben viele Wälder geschwächt – eine Problematik, die auch Bad Kissingen nicht fremd ist. Die Förderung ist beihilferechtlich freigestellt, was bedeutet, dass private und kommunale Waldbesitzende sowie Forstbetriebsgemeinschaften finanzielle Unterstützung erhalten können, um ihre Wälder klimaresilient weiterzuentwickeln.

In der Summe ist es also ein spannendes Unterfangen, das der Gemeinderat in Bad Kissingen angestoßen hat. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Pläne aufgehen und der Wald sich nicht nur als Erholungsraum, sondern auch als ökologisches Rückgrat der Region erweist. Der Stadtwald – ein Ort voller Möglichkeiten, Herausforderungen und vor allem: Hoffnung für die Zukunft.