In Augsburg wird aktuell ein eindrucksvolles Projekt ins Leben gerufen, das die Stadt nicht nur verschönert, sondern auch wichtige gesellschaftliche Themen anpackt. Am Studentenwohnheim Lechbrücke arbeiten die Künstlerinnen und Künstler an dem größten Mural-Projekt in Schwaben und bringen mit ihrem Schaffen frischen Wind in die Straßenkunstszene. Fintan Magee, ein regelrechter Veteran der Streetart, der bereits seit 27 Jahren aktiv ist, hat die ehrenvolle Aufgabe, eine der sechs Wandflächen zu gestalten. Jede dieser hochmodernen Flächen misst stolze 288 Quadratmeter.

Das Projekt mit dem Motto „Empowering Perspectives“ wird von der Wohnbaugruppe Augsburg, dem Graffitiverein „Die Bunten“ und dem Friedensbüro der Stadt initiiert. Daniel Tröster, Mitgründer von „Die Bunten“, hat die Fäden in der Hand und sorgt dafür, dass alles rund läuft. Die Wandmalereien sind nicht nur dekorativ, sondern auch ein Statement, da sie Teil des 375. Augsburger Friedensfestes sind. Der Fokus liegt auf der Förderung einer positiven und gewaltfreien Kommunikation durch Kunst und vermittelt Werte wie Frieden und Toleranz.

Ein eindrucksvolles Kunstwerk entsteht

Der „Peace Tower“, das zentrale Werk von Magee, wird eine Frau in einer traditionellen Wyschywanka zeigen, die einen Olivenzweig in der Hand hält. Diese Symbolik steht für Frieden und Hoffnung und ist ein eindrucksvolles Zeichen in der heutigen Zeit. Während der Arbeiten nutzt Magee normalerweise eine Hebebühne oder ist gesichert am Seil unterwegs, doch hier hat er sich für ein Gerüst entschieden. So kann er die Wand in seiner vollen Breite bearbeiten und ein noch eindrucksvolleres Kunstwerk schaffen.

Magee ist nicht der einzige Künstler, der sich an dem Projekt beteiligt. Gemeinsam mit neun anderen Kreativen aus verschiedenen Städten und Ländern machen sie das Mural-Projekt zu einer bunten und vielfältigen Aktion. Tristan Huschke und Georg Zinsser sind ebenfalls vor Ort und arbeiten an einer Wand mit Farbcodes, die dem Ganzen eine zusätzliche kreative Note verleihen. Gekonnt zeigen sie, dass Streetart eine legale und respektable Kunstform ist, die das Stadtbild bereichern kann.

Der rechtliche Rahmen und die Herausforderungen

Das Engagement der Künstler steht im krassen Gegensatz zu einer besorgniserregenden Statistik: Im letzten Jahr wurden in Bayern über 8,8 Millionen Euro Schäden durch illegale Graffiti verursacht. Die Polizei registrierte rund 11.800 Sachbeschädigungen, ein Anstieg von mehr als 1000 Fällen im Vergleich zum Vorjahr. In Anbetracht dieser Zahlen ist es beruhigend zu sehen, dass sich Künstler wie Magee für legale Streetart einsetzen und so ein neues Bewusstsein für Kunst in der Öffentlichkeit schaffen.

Das vollständige Werk wird nach dem Abbau des Gerüsts im Juni sichtbar sein. Es bleibt also spannend, welche eindrucksvolle Botschaft diese großflächigen Malereien mit sich bringen werden. Einer Sache kann man sich sicher sein: Augsburg wird durch dieses Mural-Projekt bunter und lebendiger denn je.

Für weitere Informationen über Murals und die Kunst dahinter, werfen Sie einen Blick auf Graffiti Artist.