Der FC Augsburg sieht sich aktuell mit drakonischen Geldstrafen konfrontiert, die das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhängt hat. Insgesamt belaufen sich die Strafen auf 75.000 Euro, wobei der Verein bis zu 24.900 Euro für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden kann. Die Strafen resultieren aus wiederholten Vorfällen von Pyrotechnik im Stadion, die sich bei vier verschiedenen Spielen ereigneten. So wurden beim Pokalspiel in Halle am 17. August 2025, wo im Fanblock mindestens zwölf pyrotechnische Gegenstände entzündet wurden, 12.000 Euro fällig. Ein weiteres Beispiel ist die zweite Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Bochum am 28. Oktober 2025, wo insgesamt 36 pyrotechnische Gegenstände gezündet wurden und eine Strafe von 36.000 Euro verhängt wurde. Auch ein Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen und eine Partie in Mönchengladbach waren betroffen, die mit 22.000 Euro und 5.000 Euro geahndet wurden. Der FC Augsburg hat den Urteilen bereits zugestimmt, wodurch diese rechtskräftig sind (Quelle).
Pyrotechnik bleibt ein umstrittenes Thema in deutschen Stadien, da viele Fans sie als einen Teil der Fußballkultur betrachten. Der DFB hat seit der Saison 2018/2019 über sieben Millionen Euro an Strafzahlungen wegen Pyrotechnik verhängt und sieht in Geldstrafen eine abschreckende Wirkung. In der Saison 2022/2023 gab es fast 300 Verfahren mit Strafen in Höhe von 7.369.400 Euro. Dennoch wird die Wirksamkeit dieser Maßnahmen von Soziologen wie Stephanie Moldenhauer in Frage gestellt, da die Nutzung von Bengalos nicht abnimmt. Auch einige Vereinsvertreter, wie Tommy Haeder vom Chemnitzer FC, kritisieren die Verbotspolitik und fordern ein Umdenken. In der Regionalliga Nordost wurden vergangene Saison rund 390.000 Euro an Strafzahlungen geleistet, was für einige Klubs existenzgefährdend sein könnte (Quelle).
Die Sicherheitslage in den Stadien
Trotz der vielen Vorfälle mit Pyrotechnik zeigt der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), dass die Sicherheit in deutschen Fußballstadien in der Saison 2024/2025 gestiegen ist. Die Anzahl der verletzten Personen sank um 17,2 % im Vergleich zur vorherigen Saison, und auch die eingeleiteten Strafverfahren durch die Polizei gingen um 22 % zurück. Allerdings gab es einen Anstieg der Pyrotechnik-Verstöße auf 4.783, was zeigt, dass die Problematik nach wie vor besteht. In diesem Zusammenhang fordert ZIS-Leiter Michael Madre ein konsequenteres Vorgehen gegen den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik in Stadien (Quelle).
In Norwegen wurde ein Pilotprojekt zur Legalisierung von Pyrotechnik in Stadien der ersten und zweiten Liga gestartet. Ziel ist es, die unerlaubte Nutzung von Pyrotechnik einzudämmen, indem Teilnehmer über 18 Jahre alt sein müssen, eine Vorab-Schulung absolvieren und nur in markierten Bereichen mit einem Abstand zwischen den Anhängern abbrennen dürfen. Der DFB hat ein ähnliches Modell in Chemnitz abgelehnt und betont, dass Pyrotechnik laut seinen Statuten verboten ist. Diese unterschiedlichen Ansätze zur Handhabung von Pyrotechnik zeigen die Komplexität des Themas und die Herausforderungen, vor denen sowohl Verbände als auch Fans stehen.