Die Stadt Augsburg hat einen großen Schritt in Richtung digitale Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit gemacht. Mit dem offiziellen Online-Portal augsburg.de, das nun in 16 Sprachen verfügbar ist, wird die Kommunikation mit den Bürger:innen deutlich erleichtert. Bürgermeisterin Martina Wild hebt hervor, wie wichtig Mehrsprachigkeit für Integration und Teilhabe in der bunten Stadt Augsburg ist. Dabei kommt ein KI-Dienst namens „DeepL“ zum Einsatz, der die Übersetzung der Inhalte zuverlässig übernimmt.
Die Auswahl der Sprachen spiegelt die Vielseitigkeit der Augsburger Bevölkerung wider. Neben den klassischen Sprachen wie Englisch und Französisch stehen auch die Sprachen der häufigsten Nationalitäten in Augsburg zur Verfügung: Türkisch, Rumänisch, Ukrainisch und Arabisch. Sogar die Sprachen der Partnerstädte sind integriert, um den Austausch weiter zu fördern.
Ein Blick auf die digitale Angebote
Digitale Barrierefreiheit ist von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, Menschen ohne Deutschkenntnisse den Zugang zu wichtigen Informationen zu ermöglichen. Eine Analyse der digitalen Angebote in den 25 größten Städten Deutschlands zeigt, dass Augsburg mit seinen 3,3 verfügbaren Sprachen im mittleren Feld liegt. Im Vergleich dazu hat Bochum die größte Auswahl mit 248 Sprachen auf seiner Tourismus-Website. Für eine Stadt, die internationale Fachkräfte und Studierende anziehen möchte, ist die Verfügbarkeit mehrsprachiger Inhalte ein entscheidender Standortvorteil, wie die Plattform Preply berichtet.
In Augsburg können Nutzer:innen die Website in 15 Fremdsprachen übersetzen lassen. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr, da digitale Mehrsprachigkeit als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe gilt. Menschen, die kein Deutsch sprechen, stoßen oft auf Barrieren, sei es bei der Wohnsitzanmeldung oder beim Nahverkehr, und die neuen Sprachoptionen helfen, diese Hürden abzubauen.
Künstliche Intelligenz im Einsatz
Die technische Umsetzung des sprachlichen Angebots wird von der Agentur Conword unterstützt und ist datenschutzkonform. Das heißt, persönliche Daten werden weder übermittelt noch gespeichert. Künstliche Intelligenz spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht nicht nur Übersetzungen, sondern auch automatisierte Untertitel und Bildbeschreibungen, die für Nutzer:innen mit Behinderungen eine klare Verbesserung der Zugänglichkeit darstellen. Dies wird unter anderem im Rahmen des kommenden Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) immer wichtiger, das ab 28. Juni 2025 strenge Anforderungen an die digitale Barrierefreiheit stellt, so Medien Netzwerk Bayern.
Augsburg plant, im ersten Quartal 2026 auch Inhalte in „Leichter Sprache“ zu veröffentlichen, um die Verständlichkeit für alle Bürger:innen weiter zu erhöhen. Diese Formen der Sprache sind speziell für Menschen mit Sprachschwierigkeiten entwickelt worden und tragen zur Inklusion aller bei.
Die Stadt Augsburg zeigt also, wie durch den Einsatz moderner Technologien und der Berücksichtigung aller Bürger:innen eine lebendige, mehrsprachige und barrierefreie digitale Welt geschaffen werden kann. Dies ist nicht nur ein Gewinn für die Gemeinschaft vor Ort, sondern auch ein wichtiges Signal für andere Städte, diesem Beispiel zu folgen.