Es ist ein trauriger Tag für die Stadt Aschaffenburg. Am 9. Juni 2026 hat die Stadt einen ihrer prominentesten Söhne verloren: Günter Dehn, ein Mann, der über fünf Jahrzehnte hinweg die Geschicke der Stadt mitgestaltet hat. Geboren am 4. Juli 1933, wuchs Dehn in einer Zeit auf, die von großen Umwälzungen geprägt war. Seine Kindheit und Jugend waren stark beeinflusst von den Erfahrungen der Nazi- und Kriegszeit – eine Prägung, die ihn sein Leben lang als Mensch und Politiker begleitete.

Sein Engagement begann früh, als er sich als Messdiener und in der katholischen Jugendarbeit einbrachte. Bereits als Jugendlicher wurde er Mitglied der Pfadfinder und übernahm 1954 die Rolle des Jugendleiters im Dekanat Aschaffenburg. 1958 trat er der CSU bei, was den Grundstein für eine beeindruckende politische Karriere legte. Der junge Dehn stieg 1960 nicht nur als jüngstes Mitglied in den Aschaffenburger Stadtrat ein, sondern wurde zudem Kreisvorsitzender der Jungen Union. Ein wahrer Aufbruch in die politische Welt!

Ein Leben für Aschaffenburg

Günter Dehn war ein Gesicht der Beständigkeit in der Aschaffenburger Politik. Über 54 Jahre im Stadtrat – das ist eine Leistung, die seinesgleichen sucht. Er war Fraktionsvorsitzender der CSU, und 1978 wählten ihn die Bürger zum Bürgermeister von Aschaffenburg. Dieses Amt bekleidete er bis 2002, und es war eine Zeit, in der er viel für die Stadt bewegte. Als Schul- und Sozialreferent kümmerte er sich nicht nur um die Belange der Jugend, sondern setzte sich auch für soziale Gerechtigkeit ein.

Seine Fähigkeit, die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen, zeigte sich nicht nur in den politischen Entscheidungen, sondern auch in kleinen Gesten: handgeschriebene Glückwünsche und persönliche Gespräche waren für ihn selbstverständlich. Dehn war ein Politiker, der das Ohr nah am Puls der Bevölkerung hatte. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement, Gelder für den Wohnungsbau zu nutzen, anstatt sie in die umstrittene Anlage des Weinbergs zu investieren. Ein klarer, mutiger Schritt, der vielen Menschen in der Stadt zugutekam.

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Auszeichnungen und Vermächtnis

Die Verdienste von Günter Dehn blieben nicht unbemerkt. Neben dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse wurde er auch mit der kommunalen Verdienstmedaille Bayerns in Silber ausgezeichnet. Als Ehrenbürger der Stadt Aschaffenburg seit 2015 bleibt sein Name untrennbar mit der Geschichte dieser Stadt verbunden. Bei neun Wahlen wurde er mit herausragenden Stimmergebnissen gewählt, was ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Bürger in ihn war. Oberbürgermeister Markus Schlemmer und andere Kollegen würdigten Dehn als einen Menschen von außergewöhnlichem Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Winfried Bausback, MdL, bezeichnete ihn gar als herausragenden Politiker und Menschen.

Günter Dehn hinterlässt eine bleibende Erinnerung in Aschaffenburg. Seine Lebensgeschichte ist nicht nur die eines Politikers, sondern die eines Menschen, der immer das Wohl seiner Mitbürger im Blick hatte. In einer Zeit, in der es oft an Menschlichkeit mangelt, war Dehn ein Lichtblick. Die Stadt wird ihn vermissen – seine Stimme, sein Lachen und vor allem sein unermüdlicher Einsatz für das Gemeinwohl.

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