Deko-Kette Depot meldet erneut Insolvenz an – 155 Filialen in Gefahr!
Ein weiteres Kapitel der Turbulenzen für die Deko-Kette Depot: Das Unternehmen mit Sitz in Großostheim hat erneut Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde beim Amtsgericht Aschaffenburg eingereicht und ist Mitte Mai 2026 bekannt geworden. Die Situation ist alles andere als erfreulich, denn rund 1.200 Beschäftigte und 155 Filialen sind betroffen. Dies ist bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit, nachdem 2024 eine erste Anmeldung in Eigenverwaltung erfolgte. Viele fragen sich jetzt: Wie geht es weiter?
Wie Merkur berichtet, wurde Rechtsanwalt Thomas Rittmeister als vorläufiger Sachverwalter eingesetzt. Geschäftsführer Christian Gries hat den Willen geäußert, ein möglichst breites Filialnetz zu erhalten, acknowledges jedoch unvermeidliche Schließungen. Bisher stehen die genauen Zahlen möglicher Schließungen noch nicht fest, aber es ist klar, dass die Herausforderungen massiv sind.
Ursachen der Schwierigkeiten
Die Probleme von Depot sind kein Einzelfall. Neben starkem Preisdruck durch die aggressive Online-Konkurrenz sieht Gries eine Kaufzurückhaltung der Verbraucher sowie erhöhte Zölle als Hauptursachen für die Schwierigkeiten. Das Filialnetz von Depot hat in den letzten Jahren drastisch gelitten und ist mittlerweile von rund 400 auf weniger als 200 Geschäfte geschrumpft. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Nach Angaben von Unternehmerblatt wurden bereits mehr als 100 Filialen geschlossen und rund 2.000 Stellen gestrichen.
Interessanterweise gibt es bereits einen Plan für die Zukunft: Seit April 2025 wird der Betrieb unter der neu gegründeten GDC Deutschland GmbH fortgeführt. Trotz der Insolvenz bleibt die Marke Depot in einem kleineren Rahmen weiter bestehen. Das Unternehmen setzt auf ein schlankeres Konzept mit stärkerem Fokus auf Online-Verkäufe, wobei Shop-in-Shop-Flächen in Supermärkten bestehen bleiben.
Filialen und Beschäftigte im Blick
Trotz der schwierigen Lage sind bis auf Weiteres alle 155 Filialen sowie der Onlineshop geöffnet. In den Filialen der GDC Deutschland GmbH können Gutscheine weiterhin eingelöst werden, was den treuen Kunden zugutekommt. Die Löhne der Mitarbeiter sind übrigens durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung abgesichert, was für einen gewissen Rückhalt sorgt, während die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung bleibt.
Die Notwendigkeit eines radikalen Schnitts wurde von Gries klar betont. Ein externer Investor konnte nicht gefunden werden, weshalb der Neuanfang in Eigenregie erfolgt. Obwohl die Marke Depot nicht verloren ist, bleibt abzuwarten, wie die gesamte wirtschaftliche Situation die Verkäufe beeinflussen wird. Der Druck auf etablierte Mittelständler wächst, wie Insolvenzindex feststellt: Die Anzahl der Insolvenzen bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern hat sich seit 2022 fast verdoppelt.
Die Herausforderungen, die Depot derzeit durchlebt, sind kleiner Teil eines größeren Trends, der zahlreiche Branchen betrifft. Es bleibt spannend zu beobachten, ob und wie sich das Unternehmen und die gesamte Branche von dieser Krise erholen werden.


