In der PGS Medau gGmbH in Ansbach gibt es zurzeit eine ganz besondere Wanderausstellung zu bestaunen: „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“. Diese kreative Initiative wird für etwa drei Wochen präsentiert und bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich mit wichtigen gesellschaftlichen Werten auseinanderzusetzen. Die Ausstellung ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein Denkanstoß – denn sie überträgt die Bildsprache von Verkehrsschildern auf Themen wie Respekt, Solidarität, Gleichberechtigung und mehr. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Verantwortung und Werte mehr denn je im Fokus stehen, kommt diese Ausstellung wie gerufen.

Das Kunstprojekt wurde von Johannes Volkmann ins Leben gerufen und entstand im Rahmen der 4. Internationalen Gipfelkonferenz der Kinder und Jugendlichen 2021 in Nürnberg. Hier haben rund 500 junge Menschen aus Deutschland, Österreich, Polen, Italien, Griechenland und der Ukraine ihre Ideen und Visionen in Form von Schildern zu verschiedenen Themen entworfen. Diese Schilder sind nicht einfach nur Kunstwerke – sie sollen anregen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über demokratische Grundwerte auszutauschen. Besonders spannend ist, dass die Schilder auf dem Schulgelände der PGS Medau ausgestellt werden und somit auch für die Ausbildung in der Physiotherapie von Bedeutung sind, wo der Umgang mit schutzbedürftigen Menschen im Vordergrund steht.

Einblicke in die Themenvielfalt

Die Ausstellung umfasst sieben Themenbereiche: Umweltverschmutzung, Respekt, Solidarität, Gleichberechtigung, Krieg, Rassismus und Vielfalt. Jedes dieser Themen wird durch aussagekräftige und oft auch provokante Schilder repräsentiert, die zum Nachdenken anregen. Die Bildsprache spricht Menschen unterschiedlichster Herkunft und Altersgruppen an und ist darauf ausgelegt, die Betrachter zum Innehalten und Reflektieren zu bewegen. So wird der Schulhof zur Plattform für einen offenen Dialog über gesellschaftliche Verantwortung.

Die Wanderausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Gesundheitsamtes am Landratsamt Ansbach, initiiert von Andrea Helmreich, und wird durch eine großzügige Spende der Stiftung Vereinigte Sparkasse Stadt ermöglicht. Es ist ermutigend zu sehen, wie verschiedene Institutionen und Partner wie das Wertebündnis Bayern, das Staatstheater Nürnberg und das Menschenrechtsbüro Nürnberg zusammenarbeiten, um diese wichtigen Themen zu fördern. Langfristige Konzepte mit Künstlern sind ebenfalls in Planung, um den Dialog weiter zu vertiefen.

Schilder für alle

Interessant ist auch, dass die Schilder nicht nur in Ausstellungen genutzt werden können. Sie können auch erworben oder ausgeliehen werden – für nur € 180,00 kann man ein Schild kaufen, inklusive kostenlosem Infomaterial und Versand. Wer nicht kaufen möchte, hat die Möglichkeit, die Schilder für etwa € 2,00 pro Tag auszuleihen. Ideal für Schulen, Vereine oder sogar für den eigenen Garten! Jedes Schild, das aufgestellt wird, wird zudem in einer digitalen Landkarte erfasst, was die Reichweite und den Einfluss des Projekts vergrößert. Die Entscheidung über die Platzierung der Schilder liegt dabei ganz bei den jeweiligen Institutionen oder Personen – nur an befahrenen Straßen sollten sie besser nicht stehen.

Die Ausstellung „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ öffnet nicht nur Türen zu neuen Gedanken, sondern macht auch klar, dass Kunst und Gesellschaftsfragen eng miteinander verwoben sind. In einer Welt, die oft von Konflikten und Missverständnissen geprägt ist, könnte ein bisschen mehr Respekt, Solidarität und Verständnis nicht schaden. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall – vielleicht wird man ja selbst Teil dieser wichtigen Botschaft.