Illegale Zigarettenfabriken in Deutschland: Von Amberg-Sulzbach bis Düsseldorf
Im Kreis Amberg-Sulzbach hat der Zoll eine überraschende Entdeckung gemacht: Eine Ein-Mann-Zigarettenfabrik wurde aufgedeckt, betrieben von einem 40-jährigen Deutschen. Diese kleine Produktionsstätte wurde während einer Wohnungsdurchsuchung durch die Verkehrspolizei Amberg entdeckt, und zwar ganz zufällig, da sie im Rahmen einer anderen Ermittlung stattfand. Der Betreiber nutzte eine selbstgebaute Stopfmaschine, die in der Lage war, bis zu 500 Zigaretten pro Stunde zu produzieren. Der Tabak, den er verwendete, war teilweise unversteuert und wurde mit Mühlen zerkleinert sowie im Küchenofen getrocknet. Zusätzlich bot er Zigaretten in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Vanille, Amaretto und Erdbeer an und verkaufte diese in selbst kreierten Schachteln, wohl hauptsächlich an Bekannte, ohne dafür Steuern zu entrichten.
Bei der Durchsuchung beschlagnahmte der Zoll die Stopfmaschine, mehrere Mühlen, mehrere Kilogramm loser Tabak und 1200 fertige Zigaretten, die ohne Steuerzeichen waren. Der geschätzte Schaden für die nicht versteuerten Zigaretten beläuft sich auf etwa 250 Euro. Die Ermittlungen laufen weiterhin, um festzustellen, wie viele Zigaretten bereits verkauft wurden. Zudem wurden bei der Durchsuchung auch mehrere tausend leere Hülsen gefunden, was auf ein größeres Ausmaß der illegalen Aktivitäten hindeutet (tz.de).
Illegale Zigarettenproduktion in Düsseldorf
Die Situation in Amberg-Sulzbach ist nicht isoliert. Im März 2025 fanden Zollfahnder auch in Düsseldorf eine illegale Zigarettenfabrik. Dabei wurde ein Steuerschaden von über 50 Millionen Euro festgestellt. Die Ermittlungen ergaben, dass die Beschuldigten von April 2024 bis März 2025 etwa 275 Millionen Zigaretten hergestellt hatten und dafür rund zwölf Millionen Euro erhielten. In einer Industriehalle wurden drei Maschinen zur Herstellung und Verpackung von Zigaretten sowie Unterkünfte für die Arbeiter entdeckt. Ende September 2025 erhob die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität Anklage gegen die vier Beschuldigten, denen bandenmäßige Steuerhinterziehung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Alle vier befinden sich in Untersuchungshaft (t-online.de).
Ermittlungen und Maßnahmen
Die Durchsuchung in Düsseldorf fand im Rahmen umfassender Ermittlungen statt, die seit April 2024 liefen. Dabei wurden insgesamt 14 Objekte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durchsucht. Die Zollfahndung Essen ermittelte gegen die Betreiber einer illegalen Herstellungsanlage für unversteuerte gefälschte Zigaretten und verdächtigte sie der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei, da die Zigaretten auf dem deutschen und europäischen Schwarzmarkt verkauft wurden. Unterstützung erhielt die Zollfahndung durch zahlreiche Hauptzollämter und die Bundespolizei. Bisher wurden zwölf Personen vorläufig festgenommen, jedoch sind keine weiteren Angaben aufgrund laufender Maßnahmen verfügbar (zoll.de).
Diese beiden Fälle zeigen eindrücklich, wie weit verbreitet illegale Zigarettenproduktionen in Deutschland sind und welche enormen finanziellen Schäden sie verursachen können. Während der Fall in Amberg-Sulzbach eher kleinmaßstäblich ist, offenbart die Situation in Düsseldorf ein gut organisiertes Netzwerk, das auf eine erhebliche Steuerhinterziehung abzielt. Die laufenden Ermittlungen werden zeigen, wie effektiv die Behörden gegen solche illegalen Aktivitäten vorgehen können.
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