Altötting im Zeichen der Nachhaltigkeit: Drei Schülerinnen revolutionieren das Bauen mit Pilzen und Kaffeesatz
Die Sonne schien hell über Altötting, als drei junge Frauen aus dem Maria-Ward-Gymnasium bei einer feierlichen Preisverleihung in München im Rampenlicht standen. Helene Schneider aus Pleiskirchen, sowie Magdalena Treutler und Maria Shevchenko aus Altötting, wurden mit dem Bürgerenergiepreis Oberbayern ausgezeichnet. Ein stolzer Moment, nicht nur für die Schülerinnen, sondern auch für die Region – und das Ganze war mit 12.000 Euro dotiert! Diese Auszeichnung ist nicht einfach nur ein Preis, sondern ein Zeichen für nachhaltige Innovation und das Engagement junger Menschen.
Dr. Konrad Schober, der Regierungspräsident von Oberbayern, und Markus Leczycki, Leiter des Kommunalmanagements der Bayernwerk Netz GmbH, überreichten die Preise. Die drei Preisträgerinnen haben eine beeindruckende Projektidee entwickelt: Sie haben einen nachhaltigen Baustoff aus Pilzen, Kaffeesatz und Algen in die Welt gesetzt. Dabei fungiert das Pilzmyzel als natürliches Bindemittel, und das Beste daran? Es basiert auf nachhaltigen Rohstoffen und Abfallprodukten, wobei komplett auf chemische Zusätze verzichtet wird! Diese Innovation könnte eine echte Wende im Bauwesen darstellen.
Nachhaltigkeit durch Forschung
Das Projekt steckt derzeit noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Der nächste Schritt besteht darin, ein optimiertes Substrat für das Wachstum des Pilzmyzels zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Die Jury und auch Landrat Dr. Tobias Windhorst lobten das Engagement der Schülerinnen für ihre zukunftsweisende Idee. Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen mit Kreativität und Entschlossenheit zur Lösung von Umweltproblemen beitragen.
Doch die Idee des nachhaltigen Bauens ist kein Einzelfall. Es gibt bereits ein weiteres bemerkenswertes Forschungsprojekt – „Mycobuild“ – das ebenfalls auf Pilzgeflechten basiert. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und hat das Ziel, nachhaltige Wärmedämmstoffe zu entwickeln. Im Fokus steht eine Baustoffalternative, die Ressourcen schont, CO2 speichert und somit zur kommunalen Energiewende beiträgt. In Zeiten hoher Energiepreise und knapper Ressourcen ist es wichtiger denn je, neue Wege für nachhaltiges Bauen zu finden. Schließlich sind wir alle betroffen von den Herausforderungen des Klimawandels!
Die Zukunft des Bauens
Die Pilzgeflechte, die in Mycobuild verarbeitet werden, bieten erstaunliche Vorteile. Sie sind nicht nur kompostierbar, sondern auch CO2-speichernd und benötigen in der Herstellung deutlich weniger Energie. Das Forschungsteam – unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Honke – untersucht, wie heimische Pilze wie der Austernseitling oder der Riesenporling in leistungsfähige Dämmstoffe verwandelt werden können. Die Idee ist, ein Substrat aus Pflanzenresten mit Myzel zu imprägnieren, um einen festen Verbundstoff zu schaffen. Und nach der Trocknung entsteht ein ökologischer Dämmstoff – eine wahre Innovation!
Natürlich gibt es Herausforderungen: Die Wahl der richtigen Pilzart ist entscheidend für die industrielle Umsetzung, und es bedarf stabiler Produktionsstrukturen und effizienter Fertigungsprozesse. Aber die langfristigen ökonomischen Vorteile für Kommunen sind nicht zu unterschätzen – von geringen Herstellungskosten bis hin zu einfacher Recyclingfähigkeit. Und es wird auch an den Bedenken bezüglich Schimmelbildung gearbeitet, um Vertrauen in diese neuen Materialien zu schaffen.
Die Entwicklungen rund um den Bürgerenergiepreis und die Mycobuild-Initiative zeigen deutlich, dass die Zukunft des Bauens in einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Richtung geht. Altötting und seine Schülerinnen sind nur der Anfang – vielleicht steht uns tatsächlich eine Wende bevor, die nicht nur die Bauindustrie, sondern auch unser tägliches Leben grundlegend verändern könnte. Und wer weiß, vielleicht können wir in ein paar Jahren auf diese jungen Frauen zurückblicken und sagen: „Die haben echt etwas bewegt!“
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