Bei strahlendem Sonnenschein wurde am vergangenen Wochenende in Kissing ein ganz besonderes Ereignis gefeiert: die Bootstaufe des neuen Rettungsbootes „Henk“ für den Weitmannsee. Dies geschah im Rahmen einer Ehrung für den Künstler Henk Labots, dessen beeindruckende Werke derzeit in einer Ausstellung im Kissinger Rathaus zu sehen sind. Zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeister Reinhard Gürtner, der künftige Landrat Marc Sturm und DLRG-Kreisverbandsvorsitzender Frank Lippmann, ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen.
Die Veranstaltung, die von der Blaskapelle „Hopfenblech“ musikalisch umrahmt wurde, bot den Anwesenden nicht nur die Möglichkeit, das neue Rettungsboot zu bewundern, sondern auch die Kunstwerke von Henk Labots zu bestaunen. Manfred Gartenmaier eröffnete die Ausstellung, die vom 20. April bis 22. Mai im Vorzimmer des Rathauses zugänglich ist. Die Bilder zeigen Motive aus Kissing, Merching, Bergen und Amsterdam und können zugunsten der DLRG für Preise zwischen 40 und 120 Euro erworben werden. Bürgermeister Gürtner äußerte die Hoffnung, dass der Verkauf aller Kunstwerke zur Verbesserung der Sicherheit am Weitmannsee beiträgt.
Ein Erbe der Kunst und Sicherheit
Henk Labots, der 1988 verstorben ist, studierte an Kunstakademien in Amsterdam und München und lebte ab 1979 in Merching. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit unterrichtete er als Kunsterzieher in Augsburg und vermachte seine Werke der DLRG. Diese Organisation, die 1913 gegründet wurde und mit 1,8 Millionen Mitgliedern die größte Lebensrettungsgesellschaft weltweit ist, ist seit 1921 in Augsburg aktiv. Im Raum Augsburg und Aichach-Friedberg sind über 1000 Mitglieder registriert, von denen 120 aktiv tätig sind, um Sicherheit am Weitmannsee und am Auensee zu gewährleisten.
Die DLRG hat kürzlich drei neue, leichtere Boote beschafft und plant den Bau einer modernen Garage an der B2. Künftig wird die Gemeinde Kissing einige Werke von Labots für ihr Archiv erwerben, was die enge Verbindung zwischen Kunst und Sicherheit weiter unterstreicht. Die Kissinger Künstlerin Erika Young lobte die Aquarelle und Zeichnungen von Labots und erwähnte die Bedeutung seiner Kunst für die Region.
Die aktuelle Situation rund um die Sicherheit beim Baden
Die Bedeutung der DLRG wird auch durch die aktuellen Zahlen zum Thema Ertrinken in Deutschland unterstrichen. Im Jahr 2022 ertranken mindestens 393 Menschen, was 18 Todesfällen weniger als im Jahr 2021 entspricht. Besonders alarmierend ist, dass die meisten Badeunfälle im Juni stattfanden. Ute Vogt, Präsidentin der DLRG, warnte davor, dass bei weiterhin sonnigem und heißem Wetter in der Hauptferienzeit ein Anstieg der Opferzahlen wahrscheinlich gewesen wäre. An einem Wochenende im Juni ertranken 15 Menschen beim Baden und Schwimmen – eine tragische Erinnerung an die Herausforderungen, denen sich die DLRG täglich stellt.
Die DLRG, die sich unermüdlich für den Schutz der Badegäste einsetzt, erhält durch Veranstaltungen wie die Bootstaufe und die Kunstauktion nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch eine wertvolle Plattform, um auf ihre wichtige Arbeit aufmerksam zu machen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Kunst und Lebensrettung ist in Kissing ein leuchtendes Beispiel für das Engagement der Gemeinschaft.