Heute ist der 13.07.2026 und während die Sonne im Friedberger Stadtpark strahlt, wird hier ein ganz besonderes Event gefeiert. „Ein Teppich voller Geschichten“ – so der Titel der Veranstaltung, die vom Frauenforum Aichach-Friedberg ins Leben gerufen wurde. Umgeben von Seerosen, alten Bäumen und dem sanften Plätschern der Wasserspeier, hat sich eine kleine, aber feine Lesegemeinschaft versammelt, um in literarische Welten einzutauchen.

Die Idee, einen Teppich als gemeinsamen Raum für Lesende und Zuhörende zu nutzen, ist irgendwie genial. Drei Teppiche des Künstlers Thomas Weil, etwa 20 Meter voneinander entfernt, schaffen eine einladende Atmosphäre, die das Publikum dazu anregt, sich niederzulassen und den Worten zu lauschen. Acht Frauen lesen aus unterschiedlichsten literarischen Werken – Gedichte, Essays und autobiografische Texte, die alle eines gemeinsam haben: Sie beleuchten das Leben von Frauen in verschiedenen Facetten.

Ein literarischer Garten

Die Lesungen, die jeweils 20 Minuten dauerten, fanden parallel statt. Das bedeutet, dass man sich entscheiden musste, welchem Teppich man seine Ohren und Gedanken schenken wollte. Vor jeder Lesung gab es eine Einführung, die den Zuhörenden half, die Texte besser zu verstehen. Da hörte man beispielsweise Bea Stamp, die aus Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ las – die Kinder im Publikum waren ganz still und lauschten gebannt. Claudia Eser-Schuberth entführte die Anwesenden mit Gerd Brantenbergs „Die Töchter Egalias“ in eine Welt, in der Geschlechterrollen auf den Kopf gestellt werden. Das führte zu tiefgründigen Gesprächen über Frauenrechte und gesellschaftliche Entwicklungen. Wer hätte gedacht, dass eine Lesung aus „Guten Morgen, du Schöne“ so viel Stoff für eine Diskussion über die Rechte der Frauen seit den 1950er Jahren bieten könnte?

Die Atmosphäre im Park war einfach wunderbar. Eine leichte Brise wehte, während quakende Frösche im Hintergrund für einen Hauch von Natur sorgten. Neugierige Spaziergänger blieben stehen, um einen Blick auf die Lesenden zu werfen, und das überwiegend weibliche Publikum – nicht, dass Männer nicht willkommen wären – schien sich sichtlich wohlzufühlen.

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Gespräche über wichtige Themen

Nach den Lesungen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über Themen, die uns alle angehen. Frauenrechte, Erwerbsarbeit und gesellschaftliche Entwicklungen – alles kam zur Sprache. Jacoba Zapf, eine der Organisatorinnen, betonte, dass das Vorlesen „geistige Möglichkeitsräume“ eröffnet. Das klingt vielleicht etwas hochtrabend, aber man spürt es wirklich. Hier trifft sich nicht nur eine Gemeinschaft von Leseratten, sondern auch eine Gruppe von Menschen, die sich für wichtige gesellschaftliche Fragen interessieren.

Die Veranstaltung ist das Ergebnis einer Idee, die vor einigen Jahren geboren wurde. Die Kombination aus Teppich, Büchern und Zuhörenden schafft einen Raum, der zum Nachdenken anregt. Es ist ein bisschen wie ein Picknick für den Geist, bei dem man sich nicht nur mit Geschichten, sondern auch mit anderen Gedanken und Gefühlen auseinandersetzt. Es scheint, als ob der Friedberger Stadtpark nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch der Inspiration ist.

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