Am Samstag fand der bundesweite Tag der Hand statt, an dem vier Personen aus dem Wittelsbacher Land über ihre Berufe berichteten, in denen Hände eine zentrale Rolle spielen. Diese Berichte spiegeln die Vielfalt und Wichtigkeit der Handarbeit in verschiedenen Bereichen wider. Von Bäckermeistern bis hin zu Handchirurgen wird deutlich, wie unverzichtbar unsere Hände im Berufsalltag sind. Mehr Informationen finden Sie dazu in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen.
Markus Kratzer, Bäckermeister aus Ried, bringt über 40 Jahre Erfahrung im Bäckerhandwerk mit. Im Januar 2025 plant er die Eröffnung eines neuen Betriebs und knetet täglich 120 Laibe Brot. Trotz eines schweren Unfalls, bei dem er mit 25 Jahren einen Teil seines Mittelfingers verlor, betont er die Bedeutung der Handarbeit in seiner Backstube, in der er mit vier weiteren Bäckern und einer Konditorin zusammenarbeitet.
Das Handwerk des Goldschmiedens
Ulrike Schiele, Goldschmiedin aus Aichach, ist seit 34 Jahren in ihrer Werkstattgalerie tätig. Sie lässt viel Kraft in ihren Händen entstehen und hebt den kreativen Prozess beim Schmuckmachen hervor, der Entwurf und Handwerk vereint. Ihre Arbeit erfordert viel Geschicklichkeit, wobei sie Werkzeuge verwendet, die seit dem Mittelalter kaum verändert wurden.
Im medizinischen Bereich spielt die Hand ebenfalls eine wichtige Rolle. Arian Derakhchan, ein Handchirurg, arbeitet täglich mit Handverletzungen. Er erklärt, dass die Hand aus 24 Knochen, 39 Muskeln und 36 Gelenken besteht und eine gute Auge-Hand-Koordination für Chirurgen unerlässlich ist. In seiner Tätigkeit in der Praxisclinc Mering und im Krankenhaus Friedberg sieht er sich oft mit der Komplexität und Verletzlichkeit der Hände konfrontiert.
Physiotherapie im Fokus
Oliver Huber, Physiotherapeut und Handballer aus Aichach, betrachtet seine Hände als das wichtigste Werkzeug in der Physiotherapie. Durch Haptik kann er verschiedene Gewebestrukturen unterscheiden und betont die Bedeutung des direkten Kontakts ohne Öl. Seine Erfahrung im Handball fördert nicht nur seine Griffkraft, sondern auch seine Feinmotorik, was ihm in seiner therapeutischen Arbeit zugutekommt.
Die Handrehabilitation ist ein zentraler Bestandteil der Therapie, insbesondere nach Verletzungen oder Erkrankungen der Hand. Hände bestehen aus 27 Knochen, 33 Muskeln und einem komplexen Netzwerk aus Sehnen, Bändern und Nerven. Die Herausforderung der Handrehabilitation liegt in der erforderlichen Präzision, Koordination und Sensibilität. Das Therapiezentrum Melias bietet spezialisierte Handtherapie an, die individuelle Therapiepläne für verschiedene Berufsgruppen erstellt. Zu den typischen Indikationen zählen Frakturen, Sehnenverletzungen und Nervenkompressionssyndrome.
Die Ziele der Handtherapie sind vielfältig: Neben der Wiederherstellung der Greiffunktion und Beweglichkeit stehen auch die Koordination und Geschicklichkeit im Fokus. Dazu kommen verschiedene Behandlungstechniken, wie Gelenkmobilisation und Narbenbehandlung. Eigenübungen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Rehabilitation.
Ein ganzheitlicher Ansatz
Die Handtherapeuten arbeiten ganzheitlich, um die physiologischen Funktionen der Hand zu erhalten und zu verbessern. Sie sind das Bindeglied zwischen Handchirurgen und anderen Berufsgruppen und berücksichtigen auch psycho-soziale Probleme der Patienten. Die Behandlungsansätze sind dabei so vielfältig wie die Ursachen der Handprobleme selbst. Die Therapie kann konservativ, prä- oder postoperativ sein und erfordert oft eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen.
Insgesamt wird deutlich, wie wichtig die Hände für viele Berufe und Alltagsaktivitäten sind. Ob in der Backstube, bei der Schmuckherstellung, in der Chirurgie oder Physiotherapie – sie sind unverzichtbar. Die Berichte der vier Protagonisten am Tag der Hand zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Anforderungen an unsere Hände sind und wie wichtig deren Pflege und Rehabilitation für die Lebensqualität ist.