Der Alte Wirt in Emmering: Ein Bierwechsel mit Tradition und Zukunft
Heute ist der 12.06.2026, und in Emmering tut sich etwas, das die Bierliebhaber der Region aufhorchen lässt. Nach über 50 Jahren ist Schluss mit dem Maisacher Bier im Alten Wirt! Ja, richtig gelesen. Goran Jokic, der das Wirtshaus seit 22 Jahren führt, und Bernd Sollinger, der Wirtshaus-Besitzer, haben den Wechsel vollzogen. Zukünftig wird hier Helles von der Hacker-Pschorr-Brauerei und Weißbier von der Paulaner-Gruppe serviert – ein Schritt, der nicht nur die Bierauswahl betrifft, sondern auch einen Teil der lokalen Identität in den Hintergrund drängt. Die Biersorten „Perle“ und „Räuber Kneissl“ aus Maisach gehören nun der Vergangenheit an. Eine Münchner Großbrauerei hat das lokale Bier verdrängt. Das lässt den einen oder anderen Bierkenner, der die kleine Brauerei schätzte, vielleicht mit einem leichten Seufzer zurück.
Umberto Freiherr von Beck-Peccoz, der Besitzer der Brauerei Kühbach, hat sein Bedauern über den Wechsel bereits kundgetan. Sein Angebot konnte anscheinend nicht mithalten – eine bittere Pille für die lokale Brauerei. Um den Umbruch auch gebührend zu feiern, wird am 19. Juni ein Biergartenfest mit 90 Litern Freibier gefeiert. Und auch die Modernisierung des Alten Wirts – inklusive neuer Theke und Schankanlage – verspricht frischen Wind und neue Möglichkeiten. Wer gerne mit Karte zahlt, kann dies ab einer Zeche von 20 Euro tun. Das klingt fast nach einer Einladung, oder?
Bier und seine Wurzeln
Die Entscheidung für die neuen Biersorten ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch ein Zeichen für die Herausforderungen, mit denen lokale Brauereien konfrontiert sind. Der Konkurrenzkampf in der Bierbranche ist hart – das sieht man auch an den jüngsten Vorwürfen, die Steffen Marx von der Giesinger Brauerei gegen Hacker-Pschorr erhoben hat. Er kritisiert die Verwendung von Wasser, das nicht aus einem Tiefbrunnen stammt, und betont, dass Wiesnbier aus „Münchner Wasser, Münchner Luft“ hergestellt werden muss. Die Diskussion über die Qualität des Wassers, das für das beliebte Oktoberfestbier verwendet wird, zeigt, wie wichtig die Herkunft der Zutaten ist. Hacker-Pschorr weicht den Vorwürfen aus, indem sie betonen, dass sie die Vorschriften einhalten und ihr Brauwasser jährlich von einem unabhängigen Institut prüfen lassen.
Während Hacker-Pschorr und Paulaner am 4. September 2025 ihr Wiesnbier im Seehaus im Englischen Garten vorstellen, plant Giesinger, mit einem eigenen Tiefbrunnen auf sich aufmerksam zu machen. Der Kampf um die besten Plätze im Bräurosl-Zelt von Hacker-Pschorr wird somit auch zum Wettlauf um die beste Wasserqualität. Die Bierwelt bleibt dynamisch, und jeder Schritt hat seine Auswirkungen auf die lokale Szene.
Ein Blick in die Zukunft
Zurück zum Alten Wirt: Die Modernisierung und der Wechsel zu den Großbrauereien könnten sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Auf der einen Seite steht das Bedürfnis nach frischem, modernem Ambiente und einer breiteren Auswahl an Bieren. Auf der anderen Seite ist da das Gefühl, dass mit dem Verlust des Maisacher Bieres auch ein Stück Heimat verloren geht. Die Lokale haben oft eine Seele, und die Biere, die sie ausschenken, erzählen Geschichten von Tradition und Handwerk.
Ob die Gäste des Alten Wirts in Emmering mit dem neuen Konzept glücklich werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Bierlandschaft in Bayern bleibt spannend und voller Überraschungen. Prost und auf viele weitere unvergessliche Abende im Alten Wirt – auch wenn sich das Bier nun aus einer anderen Quelle speist!
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