Es gibt Momente, da fühlt man sich einfach lebendig, und der Augsburger Handwerkerweg ist so ein Moment. 40 Jahre ist er nun alt und hat sich zu einem echten Schatz unserer Stadt entwickelt. Auch wenn man die 4,2 Kilometer lange Route durch die Altstadt vielleicht schon kennt – sie bietet immer wieder Neues und Überraschendes. Man schlendert vorbei an kleinen Läden, die Geschichten erzählen, und Handwerkern, die mit Leidenschaft ihrer Tradition nachgehen. Der Handwerkerweg verbindet Handwerk, Stadtgeschichte und Kultur in einem bunten Mosaik, das sich durch die Straßen Augsburgs zieht.

Die Stadt hat mit ihrem Wasserwirtschaftssystem, das 2019 sogar als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde, einen weiteren Grund zur Feier. Die Verbindung von Handwerk und Wasserwirtschaft zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte Augsburgs. Johannes Hintersberger, der 1. Vorsitzende des Verkehrsvereins Region Augsburg, bringt es auf den Punkt: Der Handwerkerweg hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und ist lebendig geblieben. Immer wieder kommen neue Handwerksbetriebe hinzu, die das Bild der Stadt bereichern.

Ein Weg voller Tradition und Handwerkskunst

Der Handwerkerweg führt uns vom Merkurbrunnen bis zum Wasserwerk am Roten Tor – eine Strecke, die nicht nur zum Flanieren einlädt, sondern auch zum Staunen. An 24 Handwerksbetrieben, darunter Kürschner, Geigenbauer und Gold- und Silberschmiede, kann man einen Blick hinter die Kulissen werfen. Diese Betriebe sind durch Tür-Aufkleber gekennzeichnet, sodass man gleich weiß, wo es etwas zu entdecken gibt. Die Vielfalt der Handwerksberufe, die hier zum Tragen kommt, ist beeindruckend. Von Zimmerern über Maurer bis hin zu Bronzegießern – sie alle haben ihren Teil zur Entwicklung der Wasserwirtschaft beigetragen.

Besonders faszinierend ist, wie die Wasserkraft in Augsburg über Jahrhunderte hinweg erfindungsreich genutzt wurde. Die „Wasserkunst“ der Brunnenmeister, die sich mit Baukunst und bildender Kunst verband, ist ein wahres Meisterwerk der Stadtgeschichte. An fünf Welterbe-Objekten vorbei führt der Weg und offenbart so die wechselseitige Bedeutung von Handwerk und Wasserkraft. Ein echtes Highlight ist die kostenlose App „Future History“, die digitale Führungen mit Video-Clips an 13 Stationen bietet. Das ist ein echter Spaß, besonders für Technikbegeisterte und Geschichtsfreunde.

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Kultur zum Anfassen und Erleben

Wer mit einer Gruppe unterwegs ist, kann sich auch für eine geführte Tour entscheiden. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Begeisterung für die Handwerkskultur der Stadt. Götz Beck, der Tourismusdirektor der Regio Augsburg Tourismus, hebt hervor, wie wichtig diese Perspektive auf die historische Entwicklung Augsburgs ist. Die lange Tradition des Handwerks wird auf dem Weg lebendig – man kann es spüren, wenn man an den Werkstätten vorbeigeht und das Klopfen der Hämmer oder das Rauschen des Wassers hört.

In der Broschüre „40 Jahre: Augsburger Handwerkerweg“, die kostenlos bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH erhältlich ist, findet man alle Infos und Details zu den Betrieben. Auch als PDF-Download steht sie zur Verfügung. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr die Altstadt besucht, haltet ein Auge auf die vielen Sehenswürdigkeiten, die sich entlang des Weges verstecken. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den größten Eindruck hinterlassen und die eigene Verbindung zur Geschichte stärken.

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